Strafe für Rotsünder van der Vaart
Hamburg (dpa) - 04.12.2006, 17:30 Uhr
Schiedsrichter Stark (r) zeigt dem HSV-Kapitän van der Vaart (l) die Rote Karte.
Fußball-Bundesligist Hamburger SV muss im Abstiegskampf gleich vier Spiele auf seinen Kapitän Rafael van der Vaart verzichten und hat ihm vereinsintern noch eine Strafe von 10 000 Euro auferlegt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wertete das rüde Foul des Niederländers an Tommy Bechmann beim 1:2 in Bochum als rohes Spiel. Van der Vaart kann somit erst am 3. Februar bei Hertha BSC Berlin wieder eingesetzt werden. Der Tabellen-Vorletzte hat dem Urteil zugestimmt, das damit rechtskräftig ist. Bereits im vergangenen Oktober musste der Kapitän nach einer von ihm ausgelösten Rudelbildung gegen den VfL Wolfsburg für drei Partien aussetzen. Zudem muss der strauchelnde Club bis zur Winterpause auf Juan Pablo Sorin verzichten. Der Argentinier vergrößert wegen eines Muskelfaserrisses die lange HSV-Verletztenliste.
Unterdessen hat der Aufsichtsratsvorsitzende Udo Bandow der Führung des abgestürzten Champions-League-Teilnehmers den Rücken gestärkt. «Der Vorstand hat in den letzten drei bis vier Jahren hervorragende Arbeit geleistet und eine glückliche Hand bei Neuverpflichtungen bewiesen. Das vergisst man in dieser unglücklichen Lage mit nur elf Punkten aus 15 Spielen schnell», sagte Bandow der dpa. Gleichzeitig räumte er ein, dass von den sechs Neuen zu Saisonbeginn - verpflichtet für eine Rekordsumme von 24 Millionen Euro - nicht alle Einkäufe «optimal waren». «Wer viel macht, macht auch mal Fehler», sagte Bandow, der im Aufsichtsrat derzeit keinen Handlungsbedarf sieht. «Wir haben eine sportliche Krise, keine Vereinskrise. Da ist der Vorstand gefordert.» Das noch nie abgestiegene Gründungsmitglied der Bundesliga sei wirtschaftlich bestens aufgestellt und habe in der Winterpause finanziellen Spielraum für Nachverpflichtungen. Zweistellige Millionen-Beträge seien allerdings ausgeschlossen. |