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Takaharas Tor-Gala überzeugt Kritiker

Aachen (dpa) - 04.12.2006, 13:41 Uhr

Frankfurts Stürmer Naohiro Takahara (r) wird von seien Teamkollegen gefeiert.
Frankfurts Stürmer Naohiro Takahara (r) wird von seien Teamkollegen gefeiert.

Mit einer berauschenden Tor-Gala und seinem ersten «Dreierpack» in der Fußball-Bundesliga hat Naohiro Takahara seine Kritiker überzeugt und die Herzen der Eintracht-Fans erobert.

Praktisch im Alleingang führte der oft gescholtene 27 Jahre alte Stürmer die Frankfurter mit drei Toren (14./43./61.) zum 3:2-Sieg bei Alemannia Aachen und war nicht mehr nur bei den allgegenwertigen japanischen Journalisten der gefragteste Mann. Voller Genugtuung schwärmte Trainer Friedhelm Funkel nach der Vorstellung seines Schützlings auf dem Tivoli und räumte mit Vorurteilen auf. «Er ist kein Toreverhinderer. Er hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben», lobte Funkel den Angreifer, der seine Saisontore vier bis sechs erzielte und sogar den verletzt fehlenden Sturmpartner Ioannis Amanatidis (5 Treffer) in der internen Rangfolge überholte.

Takahara sei oft «unter der Gürtellinie» kritisiert worden, so Funkel. «Deswegen freut es mich besonders für ihn. Er hat schon gegen Newcastle überragend gespielt, auch wenn ihm da kein Tor gelang. Aber er stellt sich immer ganz in den Dienst der Mannschaft», lobte der Coach, der Takahara auch in schweren Zeiten stützte und sich nun bestätigt sieht. «Das zeigt, dass der Trainer mal wieder Recht hat. Er hat das Vertrauen zurückgezahlt und die Kritiker Lügen gestraft.»

In diesem Sommer hatten die Hessen den Japaner für die Ablösesumme von 750 000 Euro vom Hamburger SV losgeeist. Eine Investition, die sich mehr und mehr auszahlt. Clubchef Heribert Bruchhagen ist erfreut, dass Takahara nun die oft vermissten Qualitäten im Abschluss zeigt. «Wir wussten, dass er ein spielender Stürmer ist. Wenn er jetzt noch seine Tore macht, umso besser.» Und Albert Streit, der den dritten Treffer vorbereitete, meinte: «So kann er jede Woche knipsen.» Takahara fühlt sich nach fast vier wechselvollen Jahren in Deutschland inzwischen wohl. An das hohe Niveau habe er sich nach Anpassungsschwierigkeiten gewöhnt. «Die Liga ist sehr stark und sehr schnell. Aber das stellt kein Problem mehr für mich dar», sagte er.

Schnell, beweglich, zielstrebig, schussstark - so präsentierte sich Takahara, der die gesamte Alemannia-Abwehr düpierte. Dabei wurde er als einige echte Spitze von den drei offensiven Mittelfeldspielern Streit, Alexander Meier und Benjamin Köhler mustergültig unterstützt. «Alle Befürchtungen, dass bei uns die Welt nach dem Ausfall von Ioannis zusammenbricht, haben sich nicht bewahrheitet», sagte Funkel, dessen Rotationsprinzip sich angesichts der großen Belastungen in Bundesliga, UEFA-Cup und DFB-Pokal bewährt. Seine Mannschaft habe sich in 22 Pflichtspielen in drei Monaten «von der besten Seite gezeigt». Und mit 20 Punkten sei man «voll im Soll», so Funkel. Bis zur Winterpause wolle man noch den einen oder anderen Zähler sammeln.

Das müssen auch die Aachener. Nach acht Spielen ohne Sieg ist der Abstand zu Platz 16 auf einen Punkt geschmolzen, das Team ist mitten im Abstiegskampf angekommen. Doch das verwundert niemanden. «Wir stehen da, wo ein Aufsteiger in der Regel vor der Winterpause steht», sagte Manager Jörg Schmadtke. Mit den vielen individuellen Fehlern will er sich aber nicht abfinden. «Einige haben Probleme, jede Woche eine stabile Leistung abzurufen.» Dass es trotz der Tore von Jan Schlaudraff (32.) und Cristian Fiel (80.) nicht mehr zum Ausgleich reichte, kann auch Trainer Michael Frontzeck nicht nachhaltig schrecken: «Irgendwann zahlt sich der Aufwand aus. Es ist nichts passiert. Wir stehen noch über dem Strich und da wollen wir bleiben.»


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