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Werder glänzt - van Marwijk geht - Schalke nur 0:0

Düsseldorf (dpa) - 03.12.2006, 18:53 Uhr

Bremens Diego küsst seinen Dolmetscher auf den Kopf. Klose schaut zu.
Bremens Diego küsst seinen Dolmetscher auf den Kopf. Klose schaut zu.

Die Galavorstellung des SV Werder Bremen und der Abschied auf Raten von Trainer Bert van Marwijk bei Borussia Dortmund standen im Mittelpunkt des 15. Bundesliga-Spieltages.

Während sich der neue Tabellenführer Bremen beim 3:1 gegen Hertha BSC für den Champions-League-Hit gegen den FC Barcelona einstimmte, mussten sich die Verfolger FC Bayern München (1:1 gegen Borussia Mönchengladbach) und VfB Stuttgart (0:0 beim FSV Mainz 05) mit Punkteteilungen begnügen. Auch der bisherige Spitzenreiter FC Schalke 04 kam beim 1. FC Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus.

Viel Wirbel löste die für das Saisonende beschlossene Trennung zwischen dem BVB und van Marwijk sowie die Spekulation um die Nachfolge des Holländers aus. Nach dem in letzter Minute durch ein Tor von Ebi Smolarek gesicherten 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg verkündeten Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und van Marwijk die Trennung zum kommenden Sommer. Watzke betonte, dass man dennoch Vertrauen habe, mit dem Trainer die Saisonziele erreichen zu können. Wer dem Holländer folgt, ließ der BVB-Geschäftsführer offen. «Wir haben uns bisher mit keinem Trainer geeinigt.» Der Bielefelder Thomas von Heesen ist laut Medienberichten heißer Kandidat.

Der Arminen-Coach dementierte nach dem 0:0 seiner Elf gegen Bayer Leverkusen heftig. «Ich habe weder in Dortmund noch woanders unterschrieben und lasse mich auch nicht unter Druck setzen», sagte von Heesen. Die Bielefelder Clubführung reagierte nach der wochenlangen Debatte um die Vertragsverlängerung des Trainers genervt. Präsident Hans-Hermann Schwick sagte: «Wir sprechen in der Winterpause und ich hoffe, dass er bleibt.»

Schalke musste sich mit einer Nullnummer beim «Club» begnügen und belegt nun punktgleich mit Werder (30) Platz zwei. Im zweiten Sonntagsspiel feierte Eintracht Frankfurt einen 3:2 (2:1)-Erfolg bei Alemannia Aachen. Der überragende Japaner Naohiro Takahara (14./43./61.) erzielte alle drei Tore für Frankfurt, Jan Schlaudraff (32.) und Christian Fiel (81.) trafen für Aachen.


In bestechender Form präsentierte sich der SV Werder Bremen mit seinem Doppel-Torschützen Miroslav Klose. «Die erste Halbzeit gibt uns viel Selbstvertrauen, dass wir in Barcelona bestehen können», sagte der Nationalspieler nach dem 3:1 gegen Hertha. «Das war mit die beste Halbzeit in dieser Saison», freute sich Werder-Profi Tim Borowski über die Gala gegen die Berliner im ersten Abschnitt. «Es hat sehr viel Spaß gemacht, der Mannschaft zuzuschauen», befand Trainer Thomas Schaaf.

Mit unerwarteten Punktverlusten im Titelrennen mussten der FC Bayern München und der VfB Stuttgart leben. Die Münchner kamen gegen den einstigen Erzrivalen Borussia Mönchengladbach über ein 1:1 nicht hinaus. Manager Uli Hoeneß sprach zwar von einem «kleinen Rückschlag», freute sich aber für seinen Freund, Gladbachs Trainer Jupp Heynckes. «Wenn ich einem den Punkt gönne, dann ihm», sagte Hoeneß. Michael Delura sorgte für den Ausgleich der auswärts weiterhin sieglosen Gladbacher, nachdem Martin Demichelis die Gastgeber in Führung gebracht hatte. Dennoch rutschte die Borussia auf einen Abstiegsplatz.

Stuttgarts Trainer Armin Veh haderte nach dem torlosen Remis in Mainz vor allem mit Schiedsrichter Babak Rafati, der dem VfB in der Schlussphase einen Foulelfmeter verweigerte. «Er war der schlechteste Mann auf dem Platz», schimpfte Veh. «Wir hätten das Spiel ganz klar gewinnen müssen», befand VfB-Profi Roberto Hilbert. Die seit vier Monaten sieglosen Mainzer gewannen dem Remis auch etwas Positives ab. «Die Gesamtsituation ist nicht hoffnungslos. Das müsste nun auch der Letzte gesehen haben», sagte Trainer Jürgen Klopp.

Der Hamburger SV hingegen stürzt nach der 1:2-Niederlage beim Mitkonkurrenten VfL Bochum immer tiefer in die Krise. Zudem verloren die Hanseaten auch noch ihren Kapitän Rafael van der Vaart nach einem Frustfoul durch Platzverweis. Während die Fans auf die Barrikaden gingen, stehen Mannschaft und Clubführung weiterhin zum Trainer. Auch Thomas Doll selbst denkt nichts ans Aufgeben. «ich weiß, ich habe keine Argumente, weil die Resultate fehlen. Aber ich habe noch genügend Kraft», sagte der HSV-Coach. Die Bochumer hingegen konnten durch die Treffer von Cristoph Dabrowski und Zvjezdan Misimovic die Abstiegsränge verlassen.

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