Posse um Bielefelds Trainer Thomas von Heesen
Bielefeld (dpa) - 03.12.2006, 09:31 Uhr
Bielefelds Trainer Thomas von Heesen nerven die Personaldiskussionen.
Die Trainerdebatte bei Arminia Bielefeld nimmt allmählich groteske Züge an. Nach den wochenlangen Diskussionen um den Zeitpunkt der Vertragsgespräche mit Thomas von Heesen wird der Club nun aufgeschreckt durch Spekulationen über ein mögliches Engagement des Bielefelder Trainers bei Borussia Dortmund. «Ich habe überhaupt keinen Nerv, das zu kommentieren. Ich habe weder in Dortmund noch woanders unterschrieben und lasse mich nicht unter Druck setzen», sagte von Heesen nach dem 0:0 im Bundesligaspiel gegen Bayer Leverkusen. Zuvor war er mit der Meldung vom Ausstieg Bert van Marwijks beim BVB konfrontiert worden. Statt des üblichen Journalistengesprächs nach der Pressekonferenz ergriff von Heesen frühzeitig und ziemlich genervt die Flucht. «Es gibt nichts zu erzählen. Ich werde meine Sache mit Arminia besprechen», erklärte der Bielefelder Trainer. Ähnlich reagierte die Clubführung. «Warum sollen wir kommentieren, was Unfug ist», sagte Arminias Finanzchef Roland Kentsch. Präsident Hans-Hermann Schwick betonte noch einmal, dass man in der Winterpause mit von Heesen Gespräche über eine Verlängerung des zum Saisonende auslaufenden Vertrages führen werde. «Und ich hoffe, dass er bleibt», sagte Schwick.
Die Unruhe durch die Personaldebatte hat sich offensichtlich auch auf die sportliche Leistung der Mannschaft übertragen. Mit dem torlosen Remis blieben die Ostwestfalen zum dritten Mal in Serie ohne Sieg und boten vor allem im ersten Abschnitt eine schwache Leistung mit haarsträubenden Fehlern in der Defensive. «Die erste Halbzeit haben wir völlig verpennt», sagte Rechtsverteidiger Bernd Korzynietz. «Wir haben uns heute unheimlich schwer getan, unser Spiel aufzuziehen. Bayer hätte auf Grund der Spielanteile die Führung verdient gehabt», befand Torhüter Mathias Hain. Leverkusens Trainer Michael Skibbe lobte seine Elf für eine couragierte Leistung drei Tage nach der UEFA-Cup-Pleite in Bukarest. «Wir haben in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt. Ich bin mit dem Punktgewinn sehr zufrieden, das hilft uns weiter», meinte der Bayer-Coach und fügte hinzu: «Das hat sicherlich auch daran gelegen, dass Dalovic hier nicht mehr spielt.» Die letzten beiden Spiele in der SchücoArena hatte Leverkusen jeweils 0:1 verloren. Beide Male erzielte der Ex-Armine Radomir Dalovic den Siegtreffer. In der insgesamt mäßigen Partie hatten Sergej Barbarez (5.) und Juan im zweiten Abschnitt die Chance zum Führungstreffer, doch auch die Gastgeber erspielten sich ihre Möglichkeiten und hätten durch Sibusiso Zuma (40.) und Artur Wichniarek (48.) zum Erfolg kommen können. In beiden Fällen verhinderte Bayer-Keeper Jörg Butt einen Gegentreffer. «Es freut mich, dass wir endlich mal wieder zu Null gespielt haben», befand Skibbe. «Nun können wir mit einem Sieg gegen Hertha am Freitag weiter nach vorne rücken.»
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