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Watzke wirbt bei Aktionären um Vertrauen für BVB

Dortmund (dpa) - 28.11.2006, 16:49 Uhr

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will Aktionäre motivieren.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke will Aktionäre motivieren.

Die Aktionäre von Deutschlands einzigem börsennotierten Fußballclub Borussia Dortmund müssen weiter auf die erste Dividende warten.

Borussia rechnet frühestens in vier Jahren mit einer Ausschüttung, wie der zweite Geschäftsführer Thomas Treß bei der Hauptversammlung in Dortmund sagte. Eine Ausschüttung sei sinnvoll, wenn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in einem bestimmten Verhältnis zu den Nettofinanzverbindlichkeiten stehe. Diese beliefen sich derzeit auf 132 Millionen Euro.

Die Aktien des vor knapp zwei Jahren an einer Insolvenz vorbeigeschlitterten Clubs waren beim Börsengang im Herbst 2000 für jeweils 11 Euro ausgegeben worden. Der Kurs notierte am Dienstagnachmittag bei 2,20 Euro. Der Borussia-Dortmund-Konzern hatte im Geschäftsjahr 2005/06 (30. Juni) bei einem Umsatz von 89,1 Millionen Euro einen Verlust von 20,8 (Vorjahr: 54,5) Millionen Euro verzeichnet. Seit dem 1. Juli schreibt der BVB wieder schwarze Zahlen und erwartet für das gesamte Geschäftsjahr 9 bis 10 Millionen Euro Gewinn vor Steuern.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, Hans-Joachim Watzke, warb bei den Kleinaktionären um Vertrauen. «Das Geld der Anleger ist bei Borussia Dortmund gut aufgehoben», sagte Watzke vor mehreren hundert Anlegern. «Wir haben in den vergangenen zwei Jahren nachgewiesen, dass wir sorgfältig mit Geld umgehen können.» Daher wünsche er sich ein deutlich größeres Vertrauen der Kleinaktionäre. «Die Zeit des Geldverbrennens ist vorbei und die kommt auch nicht mehr zurück», versicherte er.

Aktionärsvertreter äußerten sich überwiegend positiv zur Entwicklung des Unternehmens, warnten aber davor, schon von einem Abschluss der Sanierung auszugehen. Heiko Barkemeyer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnte vor «Realitätsverlust» und mahnte weiterhin «wirtschaftliche Sorgfalt» an. Aktionäre erwarteten in Zukunft zwei Dinge: Kurssteigerungen und eine Dividende.


Borussia Dortmund sei «in finanzieller Hinsicht auf einem guten Weg», sagte Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die aktuellen Probleme lägen im sportlichen Bereich, wo Perspektiven fehlten.

Watzke bezeichnete Borussia Dortmund als «nach wie vor großen Club - gekennzeichnet durch eine außerordentlich große Treue und Leidensfähigkeit seiner Anhänger». Er bekräftigte das Ziel, «in zwei bis fünf Jahren auf Augenhöhe mit Schalke 04 und Stuttgart» zu sein. Dortmunds Mannschaft habe erhebliches Potenzial.

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