Hamburgs Sehnsucht nach den vier «B»
Hamburg (dpa) - 07.11.2006, 12:36 Uhr
Daniel van Buyten (l) spielt in dieser Saison für den FC Bayern München.
In Hamburg werden sie vermisst, in der Fremde sind sie bislang nur zum Teil glücklich geworden. Mit den Namen Daniel van Buyten, Sergej Barbarez, Khalid Boulahrouz und Stefan Beinlich verbinden die Fans des Hamburger SV den Erfolg der vergangenen Saison. Mit dem Abschied der vier «B», so behaupten viele, habe beim HSV der sportliche Abstieg begonnen - zuvor war das Team mit begeisterndem Fußball auf den dritten Platz in der Bundesliga gestürmt. Je größer die aktuelle Krise wird, desto lauter werden die Rufe nach den früheren Leistungsträgern. Die sind in ihren Gedanken jedoch längst bei ihren neuen Clubs - und dort auch nicht überall glücklich. «Ich blicke nicht zurück, meine ganze Konzentration gilt dem FC Chelsea», sagt Boulahrouz, der in der bereits laufenden Saison unter dubiosen Umständen (täuschte er eine Verletzung vor?) noch zum englischen Meister gewechselt war. Dort begann der Niederländer zwar als Stammspieler, zuletzt ging es für ihn jedoch bergab. In der Champions League fielen beim 2:2 gegen den FC Barcelona beide Gegentore über seine Abwehrseite, Trainer José Mourinho verbannte ihn daraufhin auf die Ersatzbank. Gegen Tottenham in der Premier League folgte die Höchststrafe: Zur Pause eingewechselt, musste Boulahrouz nach nur 23 Minuten und einem kapitalen Fehler wieder vom Platz.
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Barbarez darf in Leverkusen zwar noch regelmäßig ran, doch unumstritten ist auch er nicht. Bislang stehen erst zwei Saisontore auf dem Konto des Angreifers, und die Fans quittieren seine bisweilen phlegmatische Spielweise häufig mit Pfiffen. «Es klappt halt noch nicht so ganz», sagt Bayer-Sportchef Rudi Völler, der sich an der Kritik der Fans nicht stört. «Er hat das Publikum immer ein bisschen gespalten, aber deswegen haben wir ihn ja geholt.» In Hamburg wird die Personalie Barbarez von allen Abgängen am heftigsten diskutiert, zumal der Bosnier als Charakterkopf und Anführer des Teams galt. Dasselbe lässt sich auch über van Buyten sagen, der nun bei Bayern München zu einer immer wichtigeren Figur wird. Seit der Verletzung Lucios ist der Belgier der unumstrittene Abwehrchef, der sich auf dem Platz auch mal lautstark zu Wort meldet. «Durch Kommunikation wird eine Mannschaft stärker», sagt er. Mit seinem neuen Nebenmann Martin Demichelis spielt er sich zusehends ein: «Wir kommen immer besser zurecht.» Beim HSV ist die Not in der Innenverteidigung unterdessen groß: Nachfolger Vincent Kompany fällt bis Ende Februar verletzt aus. |