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Slomka dementiert Streit bei Rost-Degradierung

Gelsenkirchen (dpa) - 06.11.2006, 17:00 Uhr

Schalkes Torhüter Frank Rost (r) sitzt gegen München auf der Auswechselbank.
Schalkes Torhüter Frank Rost (r) sitzt gegen München auf der Auswechselbank.

Nach der Degradierung von Frank Rost haben der FC Schalke 04 und Trainer Mirko Slomka Spekulationen über die Hintergründe der überraschenden Zurückversetzung des Stammtorhüters zurückgewiesen.

«Es hat kein Ausflippen von Rost gegeben», sagte der Schalke-Coach einen Tag nach dem 2:2 (1:2) im Spitzenspiel gegen Bayern München. Slomka dementierte Mutmaßungen, wonach es zwischen ihm und Rost einen heftigen Streit gegeben und er den 33 Jahre alten Keeper aus disziplinarischen Gründen auf die Bank gesetzt haben soll. Wenige Stunden später stützte Manager Andreas Müller in einer offiziellen Stellungnahme die Darstellung des Trainers: «Diese Spekulationen entbehren jeder Grundlage.»

Laut Medienberichten soll Slomka den Torhüter gefragt haben, ob er sich die Partie gegen die Bayern zutraue. Rost habe sich beleidigt gefühlt und sei dann ausgerastet. Slomka: «Was von außen hereingetragen wird, ist kompletter Unsinn und bösartig. Es ist zu 100 Prozent erstunken und erlogen.»

Überraschend hatte Slomka den erst 20 Jahre alten Nachwuchstorhüter Manuel Neuer anstelle des erfahrenen Rost (277 Bundesligaspiele) aufgeboten und sportliche Gründe dafür angegeben. «Frank hat in den vergangenen Spielen keine wesentlichen Fehler gemacht. Aber es ist ihm ein wenig das Glück abhanden gekommen, das nötig ist, um auch mal einen unhaltbaren oder fast unhaltbaren Ball zu halten», erläuterte Slomka die Torwart-Rochade. Müller betonte, Rost haben die Entscheidung in einem Gespräch mit Slomka akzeptiert. Es sei nicht zu Differenzen zwischen den beiden gekommen. Spieler und Club ließen keinen Zweifel daran, dass Rosts bis 2009 datierter Vertrag eingehalten werde.

Neuer hatte in den Bundesligaspielen in Aachen und gegen Bremen zu Null gespielt, doch gegen die Bayern trug er zumindest eine Teilschuld am verpassten Befreiungsschlag. Nach einer zu kurzen Faustabwehr bei einem Freistoß von Willy Sagnol landete der Ball direkt bei Andreas Ottl, der auf 1:2 verkürzte (45.), ehe Roy Makaay noch zum Ausgleich traf (52.). Auch nach dem Wechsel wirkte Neuer unsicher, als er eine Ecke unterlief. Gleichwohl sprach Slomka dem 20-Jährigen das Vertrauen aus. «Das Tor kann man ihm nicht anlasten», meinte Slomka: «Er steht auch am Mittwoch in Mönchengladbach im Tor. Und wenn er die gute Leistung bestätigt, spielt er auch gegen Mainz.»


Rost mochte seine Ausbootung bislang nicht kommentieren. «Ich muss das, was in den letzten Tagen passiert ist, erstmal sacken lassen», bat der ehemalige Nationalkeeper um Verständnis. Auf seiner Homepage dementierte der wegen seiner zuweilen aufbrausenden Art bei einigen Mitspielern und in der Clubführung nicht unumstrittene Rost, dass er Slomka als «Co-Trainer» bezeichnet habe. Allerdings mache es «ihn und das Team wütend, dass schon wieder Interna aus der Mannschaftssitzung an die Öffentlichkeit gebracht» wurden. Rost machte aber auch deutlich, dass er seine Degradierung nicht nachvollziehen kann. «Im Sport wie im Leben passieren manchmal Dinge, die nur schwer zu verstehen sind.»

Zu der angespannten Lage passt, dass die gesamte Schalker Mannschaft einen Presseboykott praktiziert und auch nach der Partie gegen die Bayern keinerlei Kommentar abgab. «Es ist doch klar, dass die letzten Wochen mit der Kritik auch an den Spielern nicht spurlos vorbei gegangen sind», zeigte Müller Verständnis.

Die filmreife Dramaturgie des Duells geriet fast völlig in den Hintergrund. Die frühe Führung durch Peter Lövenkrands (13.) konnte die zuvor angekündigte Protestaktion der Fans, 19:04 Minuten zu schweigen, nur kurz unterbrechen. Mit dem 2:0 durch Lewan Kobiaschwili wenige Sekunden nach Ablauf der Frist aber schwoll der begonnene Klatschmarsch zum Orkan. «Die Arena ist fast explodiert», sagte Müller und gestand: «Da waren meine Augen ein bisschen feucht.»

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