Bayern laufen hinterher - Bremen und Schalke top
Düsseldorf (dpa) - 22.10.2006, 12:18 Uhr
Bremens Diego (r) freut sich mit Teamkollege Wome über dessen Tor zum 2:0.
Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 13 Jahren befindet sich Top-Favorit FC Bayern München in der ungewohnten Verfolgerrolle - Werder Bremen und Schalke 04 geben derzeit in der Fußball-Bundesliga den Takt an. «Wir haben nur zugeguckt. Das ist eine Niederlage, die wehtut», monierte Abwehrspieler Daniel van Buyten nach der 1:3-Niederlage des deutschen Rekordchampions beim Vizemeister aus Bremen selbstkritisch. Drei Punkte Rückstand auf die Spitze hat der FC Bayern - 2005 sah es zum gleichen Zeitpunkt wie gewohnt aus: Bayern vor dem Hamburger SV, Werder und Schalke. Doch jetzt ist vieles anders. Fans an den Fernsehschirmen in 93 Ländern und 42 100 Augenzeugen im Weserstadion erlebten erneut das zweite Gesicht der Bayern, die nach den Pleiten von Bielefeld und Wolfsburg auswärts abermals klein beigeben mussten. «Bundesliga-Spiele und Europapokal-Abende sind in dieser Saison scheinbar ein Problem», erkannte Bayern-Chefcoach Felix Magath.
Schlimmes ist indes noch nicht passiert. Schließlich trennen Tabellenführer Bremen und die mit 16 Punkten gleichauf liegenden Schalker nach deren 2:1-Heimsieg gegen Hannover 96 nur fünf Zähler von Aufsteiger Energie Cottbus, der bei der furios gestarteten Alemannia aus Aachen 2:1 gewann und in der Auswärtstabelle an den Bayern vorbeizog. Aachen hat aber wie Borussia Dortmund (1:1 gegen den VfL Bochum), der VfB Stuttgart (1:1 beim VfL Wolfsburg) und die in der Fremde weiter enttäuschenden Borussen aus Mönchengladbach (1:2 bei Hertha BSC) nur einen Punkt Rückstand auf Berlin und München. In Bremen brannte Werder ein fußballerisches Feuerwerk ab, nach dem Nationalspieler Torsten Frings das Maximum anstrebt: «Wenn wir weiter diese Leistung bringen, haben wir eine gute Chance, Meister zu werden. Das ist unser Ziel. Wir haben bewiesen, dass wir zu Recht oben stehen.» Es war spektakulär: Bremens brasilianischer Star Diego bestrafte einen dummen Rempler von Bayern-Torhüter Oliver Kahn mit einem fulminanten Schuss zum 1:0, es folgte Pierre Womés nicht minder beeindruckendes 2:0 und nach Roy Makaays Anschlusstor schließlich die Entscheidung durch Lucios Eigentor - was Werder bot, war Güteklasse A. Manager Klaus Allofs wollte hinterher auch gar nicht diskutieren, «wer den schöneren, aber heute auch erfolgreicheren Fußball gespielt hat». Und Nationalspieler Clemens Fritz kommentierte trefflich: «Wir haben die Bayern nicht zum Atmen kommen lassen.» |