Nürnbergs Arbeiter im Hintergrund: Manager Bader
Nürnberg (dpa) - 05.10.2006, 10:49 Uhr
Der Manager des Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg, Martin Bader.
Öffentlich wird Trainer Hans Meyer für den Höhenflug des 1. FC Nürnberg gefeiert, im Hintergrund arbeitet Manager Martin Bader wahrscheinlich schon am nächsten Coup des Tabellenzweiten. Der 38-Jährige ist maßgeblich am Aufschwung des Fußball-Bundesligisten beteiligt und peilt mit dem Traditionsverein die weiteren Schritte an. «Wir sind seit langer Zeit endlich wieder drei Jahre in der Bundesliga. Unser übergeordnetes Ziel muss es nun sein, als ständiges Liga-Mitglied zu den fünf, sechs Mannschaften zu gehören, die um Platz fünf mitspielen können», sagt Bader, dämpft aber bei den Fans der einstigen Fahrstuhlmannschaft zu große Träume vom UEFA-Cup. «Wenn wir Fünfter werden, ist das natürlich super. Wenn wir eine Saison auf Rang zehn beenden, sind wir aber auch nicht böse.» Längst ist Meyers Manager bei den Franken anerkannt. Als der Diplom-Sportökonom ohne die Erfahrung als Bundesliga-Profi am 1. Januar 2004 seinen Job antrat, war das nicht gleich so. «Da gab es eine nachvollziehbare Skepsis und es war klar, dass nicht jeder Hurra geschrien hat», erinnert sich der Familienvater (eine Tochter). Fast zehn Jahre hatte er bei Hertha BSC als rechte Hand von Dieter Hoeneß gelernt, nun durfte er sich selbst beweisen. Dass er damals bei einem Zweitligisten das Amt übernahm, war für ihn ein Glücksfall. «Was Besseres konnte mir nicht passieren. Ich habe so ein halbes Jahr Erfahrung an der Spitze des Vereins sammeln können, um für die 1. Liga gewappnet zu sein.»
Nach dem Aufstieg verdiente sich das Manager-Greenhorn in der Bundesliga seine Sporen. Natürlich griffen Bader & Co bei Transfers auch daneben. Doch auf der anderen Seite zogen sie Spieler wie Jan Polak oder Tomas Galasek an Land, verlängerten Verträge mit Leistungsträgern wie Robert Vittek langfristig - und bekamen für den Aufbau der aktuellen, spielstarken FCN-Truppe jede Menge Lob. «Aber die sportlichen Erfolge sind nur eine Momentaufnahme», warnt der gebürtige Schwabe nach dem Start in eine «wohl sorgenfreie Saison». «Wichtig ist, dass der Verein so stabil aufgestellt ist, dass nicht jeder Sturm das Ganze wieder ins Wackeln bringt.» Zwar hat der «Club» noch Verbindlichkeiten, doch erstmals seit langer Zeit sind die Nürnberger wieder ohne Bankschulden. «Das ist langfristiger verlagert, damit wir nicht Jahr um Jahr um die Kreditlinie bei der Bank bangen müssen», verriet der 38-Jährige, der die kompletten TV-Rechte vom Vermarkter zurückholte. Aber auch abseits von Rasen und Kasse gibt es viel zu tun. Ein neuer Kunstrasenplatz wurde kürzlich eingeweiht, Ex-Profi Rainer Zietsch als Geschäftsführer für Jugend- und Amateurbereich eingestellt. Bald soll das Jugendinternat auf das Vereinsgelände umziehen und irgendwann ist die Erweiterung der Geschäftsstelle am Valznerweiher fällig. Einstellungen eines hauptamtlichen Fan- und Mitgliederbetreuers sind schon angedacht. Täglich tauscht sich Bader mit Meyer aus - und lernt dabei noch eine ganze Menge. «Er hat 34 Jahre Erfahrung, da kann man sich noch Vieles zu Nutzen machen», sagt der Sportdirektor, der allerdings ohne den Anruf von Meyer-Vorgänger Wolfgang Wolf gar nicht in Nürnberg gelandet wäre.
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