Donnerwetter nach Doppel-Schock bei Schalke 04
Gelsenkirchen (dpa) - 29.09.2006, 15:53 Uhr
Der Schalker Gerald Asamoah wird in Nancy verletzt vom Feld getragen.
Dem doppelten Schock mit der bitteren Erstrunden-Pleite im UEFA-Pokal und der schweren Verletzung von Gerald Asamoah folgte beim FC Schalke 04 das «Donnerwetter» der sportlichen Führung. Am Morgen nach der desolaten Leistung beim 1:3 im Rückspiel beim französischen Vertreter AS Nancy knöpften sich Trainer Mirko Slomka und Manager Andreas Müller die Spieler vor. «Es gab eine deutliche Aussprache. Diese Leistung ist nicht zu erklären und zu entschuldigen. Das lasse ich nicht mehr zu», verkündete Müller in Gelsenkirchen das Ende der Schonzeit für das Team und beklagte neben den finanziellen Einbußen den «Imageverlust». Im Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen bekommt die Elf die Chance, sich zu rehabilitieren. «Die Jungs wissen, dass sie großen Mist gebaut haben. Es geht jetzt darum zu rufen: «Steht auf, wenn ihr Kerle seid», sagte Müller. Und Slomka betonte: «Die Mannschaft weiß genau, was Sache ist.»
Selbst die Nachricht von der gut verlaufenen Operation Asamoahs, der sich einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen hatte, konnte die düsteren Mienen nicht aufhellen. Asamoah wurde bei einem einstündigen Eingriff durch Professor Daniel Molé noch am Abend in der Klinik für Traumatologie und Orthopädie von Nancy ein Nagel in den Unterschenkel eingesetzt. «Es war ein glatter Bruch. Alles ist gut verlaufen», sagte Clubarzt Thorsten Rarreck. Asamoah, dessen vorübergehende Suspendierung zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatte, wird laut Rarreck erst in der Bundesliga-Rückrunde wieder zur Verfügung stehen. Slomka erwartet nach dem «bitteren Tag» in Leverkusen nun eine Reaktion der Mannschaft. «Wir müssen den Kopf hochnehmen, auch wenn der Hals dreckig ist. Solche Dinge können auch zusammenschweißen. Die nächsten Spiele sind entscheidend.» Nach den Turbulenzen um die «Maulwurf»-Affäre und der von Kapitän Marcelo Bordon angeheizten Dauerdebatte um das angeblich zerstrittene Team war der sportliche Einbruch für Kritiker absehbar. Müller: «Das hat damit nichts zu tun. Diese Dinge haben die Spieler nicht so beeinflusst». Bordons Zweifel, dass mit der Elf derzeit «dauerhafter Erfolg» nicht möglich sei, da sie kein «eingeschworenes Team» ist, bestätigte sich im Stadion Marcel Picot. «Eine Momentaufnahme», glaubt Müller. «Es war einfach ein Tag, an dem alles gegen uns lief. Wir haben einen auf den Deckel bekommen. Wir müssen wieder aufstehen und noch enger zusammenrücken.» |