BVB schließt Sanierung ab
Dortmund (dpa) - 22.09.2006, 11:31 Uhr
BvB-Geschäftsführer Joachim Watzke spricht bei der Hauptversammlung 2005.
Der Schuldenberg nimmt ab, die Hoffnung auf bessere Zeiten zu. Borussia Dortmund wähnt sich auf gutem Weg zurück in den Kreis der deutschen Top-Clubs. Rund eineinhalb Jahre nach der Beinahe-Insolvenz präsentiert die Unternehmensführung erstaunliche Bilanzen. Für Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist die Zeit der schlaflosen Nächte vorbei: «Ich will das Wort Sanierung nicht mehr hören. Sie ist abgeschlossen. Wir haben in 19 Monaten fast 100 Millionen Euro Verbindlichkeiten abgebaut.» Die positive Entwicklung des einzigen deutschen börsennotierten Fußball-Clubs verblüfft die Sport- und Finanzwelt. Vor allem das Tempo der bisherigen Aufräumarbeiten nötigt Respekt ab: Neben der rund 125 Millionen Euro teuren Stadion-Finanzierung liegen die Netto- Verbindlichkeiten laut Watzke bei derzeit «um die 20 Millionen Euro». Im Vergleich zu den desaströsen Zahlen aus der Halbjahres-Bilanz Ende 2004 ein kapitaler Fortschritt. «Ich hätte es schlechterdings für unmöglich gehalten, dass wir keine zwei Jahre nach dem drohenden Aus so gut dastehen», sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball.
Bisher wurden Rauball und Watzke ihrer Mission als Retter in höchster Not gerecht. Eine deutliche Reduzierung des Mannschafts- Etats von vormals 57 auf momentan 27 Millionen Euro, der Verkauf des Stadion-Namens, ein lukrativer Vertrag mit einem neuen Trikotsponsor und ein Plus bei den TV-Geldern verhalfen dem Patienten zunächst in eine stabile Seitenlage. Der Rückkauf des Stadions, der die jährliche Belastung für die Immobilie um rund vier Millionen Euro senkt, und die satten Erlöse aus Kapitalerhöhungen (rund 60 Millionen Euro) rundeten die Therapie ab. Selbst Aktionärsschützer hielten sich mit ihrer Kritik an den beiden Kapitalerhöhungen ungewohnt zurück. Zur Freude Rauballs, der darin eine Bestätigung der eigenen Geschäftspolitik sieht. «Die Möglichkeit einer Kapitalerhöhung hat nicht jeder Verein, das muss man einräumen. Aber dennoch macht man solch einen Schritt nicht einfach so, sondern braucht dafür das Vertrauen der Anleger.» |