Werder und HSV wollen Rettungsanker werfen
Hamburg (dpa) - 21.09.2006, 15:23 Uhr
Der Bremer Miroslav Klose laboriert an einer Fußprellung.
Vier Monate nach dem «Endspiel» um die Champions-League-Direktqualifikation geht es im brisanten Nord-Duell zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen erneut ans Eingemachte. Was vor Monaten als Bundesliga-Spitzenspiel gepriesen wurde, gerät zum Not-Derby, in dem sich alles um Krisen-Management und Schadensbegrenzung geht. Den Champions-League-Teilnehmern bläst die kräftige norddeutsche Brise dabei frontal ins Gesicht. Der in acht Pflichtspielen noch sieglose HSV wartet mit mageren drei Punkten auf Platz 15 in der Fußball-Bundesliga auf die Erlösung. Werder Bremen, erstmals unter Trainer Thomas Schaaf mit vier Pflichtspiel-Niederlagen in Serie und von Störungen im Betriebsklima gebeutelt, glaubt indes fest an das Ende der Misserfolgsserie.
«Ich habe ein sehr gutes Gefühl», verriet HSV-Trainer Thomas Doll. Der 40-Jährige hofft, sein Team mit einer Aussprache hinter verschlossenen Türen wachgerüttelt zu haben. «Ich will nur eines sehen - ein Team», lautete seine Kernforderung. Tags darauf setzten die Spieler die Diskussion beim gemeinsamen Essen in einem asiatischen Restaurant fort. «Wir glauben an uns. Die Stimmung ist wirklich optimistisch», versicherte Doll. Der personelle Umbruch mit acht Abgängen und sechs «Neuen» hat zweifellos für Rhythmusstörungen bei den Hanseaten gesorgt. Deshalb beschwört Sportchef Dietmar Beiersdorfer den Teamgeist. «Es liegt nicht an den Neuzugängen, sondern am Zusammenwirken innerhalb der Gruppe», sagte er dem «Kicker»-Sportmagazin und ergänzte mit Blick auf unzufriedene Spieler: «Wenn der Erfolg ausbleibt, besteht immer die Tendenz, eigene Belange in den Vordergrund zu stellen.» |