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Schalke reagiert gelassen auf Durchsuchung

Gelsenkirchen (dpa) - 30.08.2006, 15:43 Uhr

Fußball-Fans schwenken eine Fahne mit dem Schalke-Logo.
Fußball-Fans schwenken eine Fahne mit dem Schalke-Logo.

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 hat gelassen auf die jüngsten Ermittlungen wegen des Verdachts der Bilanzfälschung und der Insolvenzverschleppung reagiert.

Einen Tag, nachdem 30 Beamte auf Geheiß der Essener Staatsanwaltschaft das Rathaus der Stadt Gelsenkirchen durchsucht hatten, demonstrierte Schalkes Finanzvorstand Josef Schnusenberg Zuversicht: «Sie können von mir aus alles durchsuchen. Wir haben nichts zu verbergen und sind uns keiner Schuld bewusst.» Wenig beeindruckt zeigte sich auch Trainer Mirko Slomka: «Die Geschichte interessiert mich überhaupt nicht. Ich bin mir sicher, dass der Vorstand um Josef Schnusenberg seine Arbeit richtig gemacht hat.»

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Revierclub war in Räumen des Gelsenkircheners Rathauses nach Unterlagen gesucht worden, die im Zusammenhang mit der Übertragung des Parkstadions von der Stadt an den Verein stehen. Im Jahr 2003 hatte die Kommune das Grundstück im Stadtteil Buer-Erle für einen Euro an Schalke verkauft, den Wert des Areals aber mit einer Million Euro beziffert.

Im Schalker Geschäftsbericht 2003 war das Grundstück mit 15,6 Millionen Euro bewertet worden. Vor rund fünf Monaten hatte die Staatsanwaltschaft Essen auf Grund des Verdachts der Bilanzfälschung und der Insolvenzverschleppung ein Vorermittlungsverfahren gegen den Club eingeleitet.

Die Schalker hatten im Geschäftsjahr 2003 einen Verlust von über 19 Millionen Euro eingefahren. Durch die neue Bewertung des Stadions konnte der ausgewiesene operative Verlust in der Bilanz gemindert werden. Inzwischen haben sich auf dem Grundstück mit dem Reha-Zentrum «medic.os AufSchalke» und dem Viersterne-Hotel «Courtyard by Marriott» zwei Großprojekte angesiedelt.

Zur weiteren Erschließung des Geländes ist der so genannte «Arena Park» in Planung. Wie Martin Schulmann, Sprecher der Stadt Gelsenkirchen», den Ruhr Nachrichten bestätigte, hätten die Beamten nach allem gefahndet, was auch nur «im Entferntesten mit dem Grundstückverkauf zu tun hatte. Sie haben sicher Unterlagen mitgenommen.»


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