Bundesliga bessert mit über 26 Millionen Euro nach
Düsseldorf (dpa) - 30.08.2006, 13:30 Uhr
Mark van Bommel trainiert mittlerweile beim FC Bayern München.
Qualität statt Quantität - die Fußball-Bundesliga hat auch in der «Nachspielzeit» auf dem Transfermarkt noch einmal kräftig investiert. Vor dem Ende der Wechselfrist am 31. August haben elf Vereine ihre Kader im letzten Monat für 26,35 Millionen Euro weiter verstärkt.
Damit stiegen die Gesamt-Ausgaben der 18 Eliteclubs für diese Spielzeit auf 116,75 Millionen Euro (Vorjahr: 89,9) für insgesamt 158 neue Akteure. Dem stehen nach einer dpa-Erhebung Einnahmen von 96,795 Millionen Euro für 138 abgegebene Spieler gegenüber.
Auf der Ausgabenseite wurde die 100-Millionen-Schallmauer erstmals seit der Rekordsaison 2001/2002 wieder durchbrochen. Die spektakulärsten und zugleich teuersten Nachkäufe leisten sich der FC Bayern München mit Mark van Bommel (6,0) vom Champions-League-Sieger FC Barcelona und der Hamburger SV mit Joris Mathijsen (6,0/AZ Alkmaar). Der niederländische Abwehrspieler ersetzt beim HSV den für 10,5 Millionen Euro zum FC Chelsea abgewanderten Nationalelf-Kollegen Khalid Boulahrouz. Zudem machten die Hanseaten den Wechsel des argentinischen Kapitäns Juan Pablo Sorin (3) aus Villarreal perfekt.
Das lange Gezerre um Nationalspieler Per Mertesacker wurde schon kurz vor dem ersten Spieltag beendet. 5,0 Millionen Euro bekam Hannover 96 für den Abwehrspieler, im Gegenzug wechselte Frank Fahrenhorst als Zugabe von Werder Bremen zu den Niedersachsen.
Betriebsamkeit herrschte zuletzt auch bei Borussia Dortmund. Der von Porto Alegre verpflichtete brasilianische Mittelfeldspieler Tinga (2,9) absolvierte beim 3:1 in Stuttgart bereits ein viel versprechendes Debüt. Dafür verließ nach Delron Buckley (an den FC Basel ausgeliehen) überraschend auch Nationalstürmer David Odonkor den BVB, der das lukrative Angebot von Betis Sevilla (6,5) nicht ausschlagen wollte. «Für mich ist es ein Traum. Ich bin gespannt auf die spanische Liga», sagte der WM-Liebling, der bei den Borussen keine Perspektive mehr sah. Unter dem Strich erwirtschaftete der BVB trotz der Neuzugänge Alexander Frei (4,1), Nelson Valdez (4,7) und Tinga ein Transfer-Plus von 4,55 Millionen Euro, das nur von Bayer Leverkusen (9,8) und dem 1. FC Nürnberg (5,55) übertroffen wurde.
Mit insgesamt 26 Millionen Euro für Lukas Podolski, Daniel van Buyten sowie van Bommel, der den Weggang von Michael Ballack kompensieren soll, steht Rekordmeister Bayern München vor dem HSV (23,6) und Werder Bremen (12,2) bei den Ausgaben unangefochten an der Spitze. Ihr dickes Transfer-Minus von 23,2 Millionen Euro hätten die Bayern leicht ausgleichen können. Doch Manager Uli Hoeneß blieb hart und schlug das 25-Millionen-Angebot von Manchester United für den englischen Nationalspieler Owen Hargreaves aus: «Wir sind keine Bank, sondern ein Fußball-Verein. Wir wären doch bescheuert, wenn wir Mark holen und andere Spieler, die wir brauchen, ziehen lassen.»
Rechnet man den Transferverlust der Bayern heraus, ist der Bundesliga-Haushalt der übrigen 17 Vereine mehr als ausgeglichen. Gemeinsam nahmen sie durch Spielerverkäufe über drei Millionen Euro mehr ein als sie für Neuzugänge ausgaben. Nur ablösefreie Spieler holten in diesem Jahr der FC Schalke 04 und Tabellenführer Nürnberg. Alemannia Aachen nahm als einziger Club keinen Cent ein.
Ob Aufsteiger VfL Bochum, der Edu (1,2) zum FSV Mainz 05 ziehen ließ, mit dem griechischen Nationalstürmer Theofanis Gekas einen adäquaten Ersatz gefunden hat, muss abgewartet werden. Der Mainzer Trainer Jürgen Klopp ließ Stürmer Michael Thurk (1,5) zum Konkurrenten Eintracht Frankfurt ziehen, holte neben Edu mit dem Ex- Kölner Imre Szabics aber noch einen Angreifer. Daneben waren auch Energie Cottbus (Igor Mitreski, Przemyslaw Trytko), Alemannia Aachen (Zsilard Nemeth) und Hertha BSC (Christian Gimenez) auf dem Schnäppchenmark aktiv.