WM-Liebling Odonkor bestätigt Wechsel nach Sevilla
Dortmund (dpa) - 28.08.2006, 21:57 Uhr
Dortmunds David Odonkor im Dress der Nationalmannschaft.
Am Ende ging alles fast so schnell wie David Odonkor sich auf dem Platz bewegt. Der Nationalspieler vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund machte seinen Wechsel zu Betis Sevilla perfekt und unterschrieb beim spanischen Erstligisten einen Fünfjahresvertrag. Zuvor absolvierte der 22 Jahre alte Offensiv-Spieler in Andalusien die medizinische Untersuchung und klärte letzte Details mit seinem neuen Arbeitgeber. «Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Ich bin froh, dass sich Sevilla für mich entschieden hat und bin gespannt auf die spanische Liga», sagte Odonkor nach der Vertragsunterzeichnung. Die Vereine hatten sich laut BVB-Sportdirektor Michael Zorc bereits am Morgen geeinigt. Wenige Stunden später war der Wechsel in trockenen Tüchern. Angeblich kassiert Dortmund für Odonkor eine Ablösesumme von 6,5 Millionen Euro. Ein Betrag, den der Verein nicht ausschlagen wollte und der von Zorc bestätigt wurde: «Es sind mehr als sechs Millionen.» Odonkor soll in Sevilla jährlich rund 1,4 Millionen Euro netto verdienen.
Der schnelle Außenstürmer besaß beim BVB noch einen Vertrag bis 2008, sah nach der Umstellung von Trainer Bert van Marwijk auf ein 4- 4-2-System mit den beiden neuen Angreifern Alexander Frei und Nelson Valdez sowie der Verpflichtung des brasilianischen Mittelfeldspielers Tinga aber immer weniger Perspektiven. So kam das Interesse des andalusischen Clubs kurz vor Ende der Transferperiode gerade recht. «Betis ist auf uns zugekommen. Wir hatten seit einer Woche Kontakt», erläuterte Zorc. «In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits gab es das lukrative Angebot, andererseits kam David schon als Jugendlicher vor acht Jahren zu uns. Wir haben ihn ausgebildet. Bei uns wurde er Nationalspieler.» Für die Borussen absolvierte Odonkor 75 Bundesligaspiele und erzielte zwei Tore. Die überraschende Berufung durch den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann in den Weltmeisterschaftskader verhalf dem schnellsten Bundesliga-Spieler zu einem Karriere-Sprung. Bei der WM überzeugte er als «Joker», und stieg auch bei den BVB-Fans zum absoluten Liebling auf. Sein Trikot mit der Nummer 11 fand reißenden Absatz, doch sportlich steckte er im Club plötzlich in der Sackgasse. Am Samstag in Stuttgart saß der sechsmalige Nationalspieler 90 Minuten auf der Bank. |