FC Bayern: Mehr Offensive mit van Bommel
München (dpa) - 28.08.2006, 15:13 Uhr
Mark van Bommel (l) präsentiert sein neues Bayern-Trikot.
«Wunschspieler» Mark van Bommel hat beim FC Bayern München einen Dreijahresvertrag unterschrieben und mit viel Zuversicht die neue Saison in der Champions League ins Visier genommen. «Es ist zwar schwierig zu sagen, wo der FC Bayern steht. Aber Bayern hat immer eine gute Mannschaft, um in Europa gut zu spielen», sagte der Neuzugang vom Champions-League-Sieger FC Barcelona bei seiner Vorstellung in München. Sechs Millionen Euro soll der Mittelfeldakteur laut Bayern-Manager Uli Hoeneß gekostet haben - und die Verpflichtung vorerst der Endpunkt der Transferaktivitäten des deutschen Fußball-Meisters sein. «Wir wären bescheuert, wenn wir Mark hier haben und einen anderen Spieler, den wir brauchen, abgeben würden. Wir wollen ja nach vorne», schloss Hoeneß erneut kategorisch den Wechsel des von Manchester United umworbenen Owen Hargreaves aus. Als Kind hockte der kleine Mark zu Hause am Samstagabend vor der Sportschau und bewunderte die Bayern, nun darf der 1,87 Meter große Profi endlich ein eigenes Trikot seines deutschen Lieblings-Clubs überstreifen. Mit der Nummer 17 soll er künftig - zum ersten Mal wohl im DFB-Pokalspiel am 9. September beim FC St. Pauli - das zuletzt etwas biedere Mittelfeld-Spiel des Rekordmeisters beleben. «Mit ihm kann unsere Ausrichtung offensiver gestaltet werden als in den ersten drei Saisonspielen», sagte Trainer Felix Magath.
Mit der Verpflichtung des 40-maligen Nationalspielers sind bei den Bayern die Experimente beendet, den Weggang von Leistungsträger Michael Ballack allein mit Spielern aus den eigenen Reihen aufzufangen. Allerdings sind der torgefährliche Ballack und der kampfstarke van Bommel unterschiedliche Spielertypen, weshalb Hoeneß grundsätzlich anmahnte: «Wir müssen uns von den Vergleichen mit Michael Ballack verabschieden.» Für Bondscoach Marco van Basten, der van Bommel nicht in das aktuelle Aufgebot der Niederlande berief, und Barcelonas Trainer Frank Rijkaard, der dem Transfer zustimmte, ist der 29-Jährige nicht mehr erste Wahl, für Hoeneß dagegen «unser Wunschspieler». Dabei wusste der Bayern-Manager bei der Reise zum Freundschaftsspiel in der vergangenen Woche nach Barcelona selbst noch nicht, dass es dort nicht nur eine 0:4-Schlappe, sondern auch einen Neuzugang geben würde. «Wir sind glücklich, dass wir Mark für mindestens drei Jahre beim FC Bayern haben», sagte Hoeneß. |