Fußball-Bundesligist Hannover 96 hält vorerst an Trainer Peter Neururer fest. Das ist das Ergebnis eines mehr als einstündigen Krisengipfels beim Tabellenletzten.
Einen Tag nach der 0:3-Heimpleite gegen Alemannia Aachen analysierten der 51 Jahre alte Coach, Manager Ilja Kaenzig und der Vorstandsvorsitzende Martin Kind die Lage beim Traditionsclub, der mit drei Niederlagen und 2:11-Toren in die Saison gestartet ist. «Über meine Zukunft wurde nicht gesprochen», sagte Neururer.
«Eine Trennung vom Trainer war bei diesem Gespräch kein Thema», bestätigte Manager Kaenzig. Neururer hatte die 96-Mannschaft am 10. November 2005 wenige Stunden nach der Entlassung seines Vorgängers Ewald Lienen übernommen. In den ersten Wochen seiner Amtszeit führte er das Team zwischenzeitlich auf Platz fünf. Seit März 2006 sind die Niedersachsen allerdings in elf Bundesligaspielen hintereinander sieglos. «Es wäre fatal, wenn man beim ersten Gegenwind schon aufgibt. Der Trainer hat nichts zu befürchten. Er ist derjenige, der den Karren aus dem Dreck zieht», erklärte Kaenzig.
Der ebenfalls umstrittene 96-Manager hatte zuvor allein mit dem Mannschaftsrat gesprochen. Auch die Gesellschafter und Geldgeber des Vereins - Clubchef Kind ist Hauptgesellschafter - diskutierten ausführlich über den Absturz der Mannschaft und Gegenmaßnahmen. Eine Gruppe im Verein soll dabei eine «große Lösung» mit der Trennung von Neururer und Kaenzig favorisieren.