Makaay auf Mills Spuren
München (dpa) - 27.08.2006, 12:52 Uhr
Roy Makaay grübelt über die vergebene Chance.
Roy Makaay sorgte mit seinem Scheitern vor dem Tor des 1. FC Nürnberg nicht nur für die Lachnummer der Spieltags, der Stürmer des deutschen Fußball-Meisters weckte auch Erinnerungen an zwei Tor-Momente vergangener Tage. Frank Mill scheiterte vor 20 Jahren am Pfosten des leeren Tores in München, Thomas Helmer erlangte vor 12 Jahren Berühmtheit, als er seinem Team mit dem so genannten Phantomtor zum 2:1-Sieg über den 1. FC Nürnberg verhalf. «Die haben mir erzählt, dass vor ein paar Jahren vom Helmer hat gezählt», sagte Makaay nach seinem Fehlschuss in der 48. Minute, als er aus kürzester Distanz das leere Tor verfehlte. Wie der Niederländer hatte Helmer am 32. Spieltag der Bundesliga-Saison 1993/94 nur das Außennetz getroffen, doch damals sah Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers aus Bremen den Ball drin. Die Partie vom 23. April 1994 wurde auf einen Nürnberger Protest hin annulliert und wiederholt - Bayern gewann 5:0 und wurde Meister, der «Club» stieg ab.
Immerhin den Pfosten traf der Dortmunder Mill am 9. August 1986 beim 2:2 im Münchner Olympiastadion und sorgte damit für eine der legendärsten vergebenen Chancen in der Bundesliga-Historie. Nachdem Mill die gesamte Hintermannschaft einschließlich Torwart Jean-Marie Pfaff ausgespielt hatte, genoss er solange den Anblick des leeren Tores, bis ihn die Verteidiger wieder einholten und er überhastet gegen den Pfosten schoss. «Wenn Sie den Roy in zehn Jahren nach dieser Chance fragen, wird er nicht sagen können, warum er ihn nicht mit links ins Tor geschoben hat», konnte auch Manager Uli Hoeneß den Fehlschuss des Bayern- Toptorjägers am Samstag nicht fassen. Der Niederländer suchte erst gar nicht nach Ausreden. «Statt ihn mit links reinzuschieben, mach ich es mit rechts. Ich muss das noch mal sehen, um es wirklich zu glauben», analysierte Makaay. «So ein Ball muss rein. Ich konnte nicht glauben, dass er daneben war. Ich habe eine Teilschuld, dass wir nicht gewonnen haben.»
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