Frische Bremer holen Ligapokal: 2:0 gegen Bayern
Leipzig (dpa) - 05.08.2006, 20:42 Uhr
Die Bremer Spieler bejubeln den Gewinn des Ligapokals.
Werder Bremen hat durch einen Tore-Doppelpack von Ivan Klasnic seine großen Ambitionen für die neue Bundesliga-Saison unterstrichen und erstmals den Ligapokal gewonnen. Die Hanseaten setzten sich im Finale in Leipzig mit 2:0 (1:0) gegen den FC Bayern München durch und entschieden den ersten Schlagabtausch der Meisterfavoriten klar für sich. Eine Woche vor dem Punktspiel-Start erzielte Klasnic (29./66. Minute) vor 41 300 Zuschauern im Zentralstadion beide Tore und sicherte den Bremern damit neben der sechseckigen Ligapokal-Trophäe auch zwei Millionen Euro Preisgeld. Auch ohne Fußball-Nationalspieler Tim Borowski (Rückenschmerzen) und Kapitän Frank Baumann (Grippe) waren die Bremer deutlich frischer und eingespielter als die Münchner, die erstmals eine Niederlage in einem Ligapokalfinale hinnehmen mussten. Bayern-Trainer Felix Magath bot mit Oliver Kahn im Tor und Roque Santa Cruz auf der Position des abgewanderten Michael Ballack eine Formation auf, die den Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund bestreiten könnte. Den möglichen sechsten Ligapokal-Erfolg schaffte die Auswahl aber nicht, zudem blieb der Rekordchampion zum dritten Mal in Serie ohne Torerfolg.
Der zuletzt nicht mehr gesetzte Klasnic gab sich trotz seiner Treffer nach der Partie gelassen. «Ich bin Stürmer. Ich muss Tore schießen, das habe ich heute getan», sagte er. Deutlich euphorischer zeigte sich Torsten Frings: «Wir waren nicht nur heißer, wir waren auch die bessere Mannschaft. Das war schon nicht so schlecht», sagte der Nationalspieler. «Es ist noch nicht alles perfekt, aber wir sind auf einem guten Weg», sagte Werder-Coach Thomas Schaaf. Bei den Bayern herrschte hingegen Katerstimmung. «Wir haben uns zu wenig durchsetzen können. Die Bremer waren besser drauf und sind Mitfavorit für den Titel», sagte Magath mit einem Blick auf die bevorstehende Saison. «Man merkt, dass wir noch erhebliche Defizite im Sprint haben», hatte Uli Hoeneß schon in der Halbzeitpause gesagt. |