Neun neue Kapitäne in der Bundesliga
Düsseldorf (dpa) - 04.08.2006, 12:51 Uhr
Nürnbergs Torwart Raphael Schäfer hält einen fest.
Bei der Suche nach einem Kapitän pfeifen die meisten Trainer in der Fußball-Bundesliga auf die Demokratie. Nur sechs Fußball-Lehrer ließen vor der neuen Saison den Spielführer frei wählen, der Rest bestimmte einen neuen oder bestätigte den etablierten Kopf des Teams. Insgesamt schicken die Trainer neun neue Kapitäne ins Rennen. Immerhin fünf Torhüter wurden mit dem Führungsamt betraut, in Arne Friedrich (Hertha BSC) aber nur ein aktueller deutscher Nationalspieler. Acht der 18 Erstligaclubs haben einen ausländischen Spielführer. Neben den drei Aufsteigern Energie Cottbus (Kevin McKenna), Alemannia Aachen (Reiner Plaßhenrich) und VfL Bochum (Thomas Zdebel) sind nur noch beim 1. FC Nürnberg, VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach die Kapitäne frei gewählt worden. «Früher war ich Diktator, heute bin ich Demokrat», sagte Borussen-Coach Jupp Heynckes, dessen Team den amerikanischen Torhüter Kasey Keller zum neuen Spielführer wählte. «Ich finde es besser, wenn die Mannschaft das selbst macht. Das passt in den Zeitgeist», meinte Heynckes.
Auch beim 1. FC Nürnberg entschieden sich die Profis für ihren Schlussmann Raphael Schäfer. «Das ist eine Auszeichnung für mich und eine Bestätigung meiner Arbeit», sagte der «Club»-Keeper nach der Wahl. In Oliver Kahn (Bayern München), Dimo Wache (FSV Mainz 05) und Mathias Hain (Arminia Bielefeld) wurden drei weitere Torhüter in ihrem Amt bestätigt. Beim VfL Wolfsburg haben sich die Spieler für den Niederländer Kevin Hofland entschieden, der schon im Laufe der vergangenen Saison das Amt übernommen hatte. Beim FC Schalke 04 und Hannover 96 wurden die Kapitäne bestimmt, aber nicht vom Trainer, sondern vom Spielerrat. Schalke-Trainer Mirko Slomka hatte als Nachfolger für Ebbe Sand Marcelo Bordon vorgeschlagen, der neue Mannschaftsrat ist diesem Wunsch gefolgt und hat den Brasilianer bestimmt. Ebenso wurde Hannovers Albaner Altin Lala bestätigt. |