Für das Jahr eins nach der WM machten sich 39 Unparteiische aus der ersten und zweiten Liga am Wochenende im Schwarzwald fit. Der einzige deutsche WM-Schiedsrichter, Markus Merk aus Otterbach, wird erst später in die Saison einsteigen. Er wurde am Samstagabend als «Schiedsrichter des Jahres» geehrt, fuhr danach aber mit seiner Familie für vier Wochen in den Urlaub und nahm nicht am Lehrgang teil. «Er will von der WM Abstand gewinnen», erklärte Roth. Dort war Merk nur in drei Vorrundenspielen zum Zuge gekommen und wartete danach vergeblich auf Final-Einsätze. «Das hat schon an seinen Nerven gezehrt», sagte Roth über seinen Vorzeigemann. Der Schiedsrichter- Chef aus Salzgitter kritisierte erneut die Nichtberücksichtigung Fandels für die WM: «Aus der Sicht der UEFA wurden nicht die besten Schiedsrichter nominiert. Aber wir werden darüber noch Gespräche führen.» Roth betonte auch noch einmal, dass im deutschen Profifußball gepfiffen werde wie in der vergangenen Saison - und nicht wie bei der WM bis zum Achtelfinale. Dabei hatte es durch das von der FIFA erwünschte harte Durchgreifen teilweise eine Kartenflut gegeben. «Meiner Meinung nach ist da zu viel und bei jeder Kleinigkeit sanktioniert worden», sagte Roth. «Das wollen wir in der Bundesliga nicht so handhaben.» Blutige Nasen und blaue Augen wegen Ellbogenchecks und Schlagens mit der Handkante wollen die Verantwortlichen jedoch nicht mehr sehen. Die Unsitte, bei Zweikämpfen die Arme in Richtung Gegenspieler auszufahren, wollen die Schiedsrichter eindämmen. «Durch konsequente Anweisungen haben wir auch Tackling und Rudelbildung wegbekommen», erklärte Amerell. «Vor fünf Jahren gab's diese Ellbogenarbeit in keiner Weise», wunderte sich Lehrwart Eugen Strigel.
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