Auslandsvermarktung: Aufholjagd der Liga
Hannover (dpa) - 28.06.2006, 14:15 Uhr
Das Logo der Deutschen Fußball Liga GmbH (DFL) siegelt sich im Teleobjektiv.
Die Aufholjagd der Bundesliga hat begonnen: Während der Weltmeisterschaft versucht die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Auslandsvermarktung kräftig voranzutreiben. «Die WM ist auch für die Bundesliga ein ausgezeichnete Plattform», sagte DFL-Kommunikationsdirektor Tom Bender nach zahlreichen Gesprächen mit TV-Verantwortlichen aus aller Welt. Es gibt erste Abschlüsse, die Übertragungen in fünf europäischen sowie in 23 arabischen und nordafrikanischen Ländern sichern. Ein Kontrakt für den chinesischen Markt steht kurz vor dem Abschluss. Zu tun gibt es genug, denn der Nachholbedarf ist riesig. Der deutsche Fußball ist beim Verkauf der TV-Rechte ins Ausland ein Zwerg im Schatten der englischen Premier League. Rund zwölf Millionen Euro hat die Liga zuletzt mit der Auslandsvermarktung eingenommen, in der kommenden Saison sind es durch die im Dezember 2005 erfolgte Lizenzierung an Betandwin geschätzte 20 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Premier League verdient nach Angaben der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young rund 157 Millionen Euro pro Saison. Die Bundesliga ist weltweit hinter England, Spanien und Italien nur die Nummer vier.
Um langfristig aufzuholen, hat die DFL kurzfristig auf ein paar Millionen verzichtet. Statt die Rechte an einen der Vermarktungsriesen wie Sportfive zu lizenzieren, gingen die Rechte an Betandwin. Das an der Wiener Börse notierte Wettunternehmen, das sein operatives Geschäft von Gibraltar aus betreibt, will mit der Rechte-Vermarktung als Hebel das Wettgeschäft im Ausland ankurbeln. So darf Betandwin auf seinen Internetseiten außerhalb Deutschlands Spielberichte zeigen. Abgewickelt wird das neue Betandwin-Geschäftsfeld über die in München ansässige Sportsman Media Group. Die DFL hat sich allerdings vertraglich ein großes Mitspracherecht gesichert. So wird unter anderem dafür gesorgt, dass die Bundesliga nicht im Pay-TV verschwindet, sondern bei frei empfangbaren Fernsehsendern übertragen wird, um eine möglichst große Reichweite zu erzielen. «Wir wollen die Bundesliga vor allem bekannter und beliebter machen», heißt es bei der DFL. |