Kapitän Mario Cantaluppi verlässt Nürnberg
Nürnberg (dpa) - 19.06.2006, 11:41 Uhr
Nürnbergs Mario Cantaluppi (l) wechselt in die Schweiz.
Drei Tage vor dem Trainingsauftakt für die neue Saison hat Fußball-Bundesligist 1. FC Nürnberg seinen Kapitän verloren. Der bisherige Spielführer Mario Cantaluppi löste überraschend seinen Vertrag beim «Club» auf und wechselt zum Schweizer Erstligist FC Luzern. Wie die Franken mitteilten, hat sich der 32-Jährige mit dem Verein auf ein vorzeitiges Ende seines noch bis Mitte 2007 laufenden Kontrakts geeinigt. «Ich wäre gern geblieben, aber Trainer Hans Meyer war voreingenommen. Ich hätte keine faire Chance bekommen», sagte Cantaluppi dem «kicker». Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader widersprach den Vorwürfen des Schweizers. «Das ist seine persönliche Wahrnehmung. Er hat es ja gar nicht ausprobiert», sagte Bader der dpa. In der vergangenen Saison sei Cantaluppi unter Coach Meyer Stammspieler gewesen. Daher sei die Sorge des Defensivspezialisten um seinen Platz im Team nicht nachvollziehbar. Dennoch habe der Wechsel des Schweizers die Vereinsführung nicht überrascht, versicherte Bader. «Wir waren seit längerem mit Mario im Gespräch und haben uns äußerst fair verhalten. Für uns ist das Thema damit Geschichte», sagte der Sportdirektor.
Cantaluppi war vor zwei Jahren vom FC Basel an den Valznerweiher gewechselt und bestritt insgesamt 58 Bundesliga-Spiele für die Nürnberger, blieb dabei aber ohne Treffer. Der frühere Bundesliga-Profi Ciriaco Sforza, neuer Trainer beim FC Luzern, hatte Cantaluppi seit längerem umworben. Beim Erstliga-Neuling erhält der 32-Jährige laut «kicker» einen Zweijahresvertrag. Ersatz für den abgewanderten Kapitän ist bei den Nürnbergern vorerst nicht in Sicht. «Unsere Personalplanung ist grundsätzlich abgeschlossen», sagte Bader. An diesem Mittwoch starten die Franken die Vorbereitung auf die kommende Saison. «Wir werden die ersten Trainingswochen und Testspiele abwarten und dann entscheiden, ob wir doch noch jemanden verpflichten. Aber wir setzen uns nicht unter Druck», sagte Bader. Die Berufung eines neuen Kapitäns sei Entscheidung des Trainers.
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