Dortmund (dpa) - 14.06.2006, 17:29 Uhr
«Jetzt geht's los» schallt es vielstimmig-heiser durch die Dortmunder Fußgängerzone. Das «Polska, Polska» der anderen lässt nicht lange auf sich warten.
Tausende deutsche und polnische Fans haben sich in Dortmund bei heißem Wetter und kühlen Getränken in Stimmung gebracht auf das mit Spannung erwartete WM-Vorrundenspiel der beiden Nachbarländer am Abend. Auch in Köln sammeln sich vor den Public-Viewing Plätzen in der Innenstadt vor allem polnische und deutsche Fans. «Wir gewinnen 5:2. Der deutsche Sturm ist der Hammer», glaubt wenige Stunden vor der Partie der Kölner Jens Wilting (16).
Ein polnischer Fan in Dortmund dagegen hofft auf ein 1:1, «oder noch besser 1:0 für Polen». Der 43-Jährige, der erst vor wenigen Stunden angekommen ist, lacht. «Eine tolle Atmosphäre», findet er. Zusammen mit seinem 14-jährigen Sohn kam er wie viele seiner Landsleute mit einem Reisebus. «Drei Mal wurden wir von der Polizei kontrolliert», erzählt der Mann. Beim ersten Mal wurde alles durchsucht. Später wurden nur noch die Pässe unter die Lupe genommen. Doch gestört hat ihn das alles nicht.
Gute Stimmung auch bei Stefan, Thomas, Jürgen und Andreas aus Bayreuth. Stolz ziehen sie ihre T-Shirts hoch und zeigen ihre Karten für das Spiel. «Die Stimmung ist sehr freundschaftlich. Unter den Fans gibt es keine Reibereien», meint Stefan. Auch Herrmann Wylag aus Hagen hat Spaß beim Spaziergang durch Dortmund. «Die Stimmung ist fantastisch», erzählt der 50-Jährige. Leider habe er keine Karten mehr bekommen. Das Spiel am Abend wollte der gebürtige Pole vor dem heimischen Fernseher anschauen.
Auch Uwe Stockkamp aus Dortmund ging leer aus. Er kommt gerade vom Stadion, wo ihm mehrere Schwarzhändler Karten angeboten hätten. «250 Euro für eine 35 Euro-Karte», sagt er mit empörter Stimme. Da habe er dankend abgelehnt. Zentimeterdicke Packen mit Eintrittskarten hätten die Händler in der Hand gehabt. Vielleicht seien die aber ja auch gefälscht gewesen, mutmaßt der 49-Jährige.
Pech gehabt hat auch Uwe Bindel aus Berlin. Keine Karte in der Hand, steht der eingefleischte Fan, der nach eigenem Bekunden schon 39 Länderspiele gesehen und sich mit Deutschland-Schals geschmückt hat, vor dem Stadion und hofft auf einen Sieg Deutschlands.