Zwei Endspiele zum Bundesliga-Showdown
Düsseldorf (dpa) - 12.05.2006, 13:51 Uhr
Halil Altintop könnte dem FCK mit einem Abschiedstreffer die Klasse retten.
Die meisten Entscheidungen sind gefallen, doch am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga ist noch an zwei Schauplätzen Hochspannung garantiert. Die wichtigste offene Frage lautet: Wer muss neben dem MSV Duisburg und dem 1. FC Köln den schweren Gang in die 2. Liga antreten? Die Dramaturgie des Spielplans bescherte den Protagonisten VfL Wolfsburg und 1. FC Kaiserslautern ein Abstiegs-Finale in der ausverkauften VfL-Arena. Dem Gastgeber und Tabellen-15. würde bereits ein Unentschieden gegen die um einen Punkt schlechteren Pfälzer genügen, um den erstmaligen Absturz aus der Eliteliga zu verhindern. Pikanterweise könnte ausgerechnet der jetzige Lautern-Trainer Wolfgang Wolf seinen ehemaligen Club ins Verderben stürzen. Während sich VfL-Coach Klaus Augenthaler um das Nervenkostüm seiner Spieler sorgt, gibt man sich bei den zum Siegen verdammten Pfälzern betont gelassen. «Es ist ja nicht unser erstes Endspiel. Für uns ist die Situation seit Wochen so, dass es bei einer Niederlage vorbei sein könnte», sagte Wolf. Auch Torjäger Halil Altintop gibt sich vor seinem letzten Auftritt im Lauterer Dress sehr optimistisch. «Wir haben zuletzt bewiesen, dass wir mit Druck umgehen können. Mental sind wir im Vorteil», sagte der künftige Schalker.
«Wir sind in einer Situation, in die wir nie kommen wollten», gab Augenthaler zu. Der VfL-Coach, dessen Vertrag nur für die Erste Liga gilt, stellt seine eigenen Zukunftspläne erstmal hinten an. «Ich konzentriere mich voll auf das Spiel», sagte Augenthaler, der wieder auf das Sturmduo Mike Hanke/Diego Klimowicz bauen kann, jedoch den verletzten Kevin Hofland ersetzen muss. Der Kapitän muss auf der Tribüne mitzittern und drückt den Kollegen die Daumen: «Wir haben es selbst in der Hand. Alle brennen und sind fit.» Endspiel-Stimmung herrscht auch in der AOL-Arena, wo der Hamburger SV gegen Verfolger Werder Bremen den zum direkten Einzug in die Champions League berechtigenden Platz zwei auch ohne Regisseur Rafael van der Vaart verteidigen will. Der Niederländer musste seine Hoffnung auf ein Kurz-Comeback begraben, dafür kehrt Daniel van Buyten zurück in die Elf. Trainer Thomas Doll glaubt fest an ein Happy End. «Es ist ein echtes Endspiel, bei dem jeder Spieler an und über seine Schmerzgrenze hinaus gehen wird.» |