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Köppel vor ungewisser Zukunft

Mönchengladbach (dpa) - 02.05.2006, 12:40 Uhr

Horst Köppel gestikuliert im April beim Spiel gegen Hertha BSC am Spielfeldrand.
Horst Köppel gestikuliert im April beim Spiel gegen Hertha BSC am Spielfeldrand.

Die beste Saison seit Wiederaufstieg, erstmals keine Abstiegssorgen - und dennoch steht bei Borussia Mönchengladbach seit Wochen Trainer Horst Köppel in der Kritik.

Der in der vergangenen Saison als Retter gefeierte Schwabe, der noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2007 hat, muss nach einer durchwachsenen Rückrunde um die Fortsetzung seiner Arbeit bangen. «Nach jedem schwachen Spiel geht es mit der Kritik wieder los, mich überrascht hier gar nichts mehr», sagte der 58 Jahre alte Coach. «Und so schlecht ist die Saison nicht gelaufen, wie es immer dargestellt wird», befand Köppel.

Der bei Fans und Spielern anfangs sehr beliebte Fußball-Lehrer scheint einiges an Kredit bei seinem Club verspielt zu haben. Sportdirektor Peter Pander weist zwar jede Trainerdiskussion von sich, gilt aber auch nicht als Köppel-Freund. «Ich bin nicht der Typ, der am Spielfeldrand dem Trainer in die Arme fällt. Ich habe auch nie einen Trainer geduzt», sagte Pander. Am Saisonende müsse sich jeder der Analyse stellen, auch der Trainer, meinte Pander. Der vor einem Jahr als Nachfolger von Christian Hochstätter verpflichtete Sportdirektor kritisierte vor allem die Leistung des Teams und des Trainers in der Rückrunde: «Nach Platz sieben in der Vorrunde wäre Platz zwölf am Saisonende ein Rückschlag.»

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Zweifellos hat Köppel, der als erster Trainer seit Hans Meyer in Gladbach wohl eine komplette Saison von Anfang bis Ende durchziehen kann, auch Fehler gemacht. Sei es im taktischen Bereich bei der Umstellung von zwei auf drei Stürmern oder diversen Auswechslungen, die von den Fans mit Pfeifkonzerten begleitet wurden. Köppel gilt als Förderer junger Spieler, die er an die Bundesliga heranführt. Die älteren Profis aber äußern schon mal ihren Unmut, die Autorität des Trainers leidet darunter. Wenig Pluspunkte dürfte Köppel auch ein vor Wochen von Kameras und Mikrofonen eingefangener verbaler Schlagabtausch mit Wesley Sonck gebracht haben.

Das Präsidium weist eine Trainerdiskussion noch von sich. Doch Clubchef Rolf Königs spricht auch von Visionen, die den Club wieder zu einer Spitzenadresse im deutschen Fußball machen sollen. Dazu hätte der Gladbacher Präsident, der kein Fußball-Fachmann ist, wohl gerne auch einen Spitzentrainer. Namen wie Christoph Daum oder Eric Gerets fallen regelmäßig in diesem Zusammenhang. Nach Informationen des Kölner «Express» soll Ralf Rangnick angeblich schon im Sommer die Nachfolge antreten. Köppel nerven diese ständigen Diskussionen zwar, doch noch wähnt er sich fest im Sattel: «Ich bin Trainer, und ich bleibe Trainer. Das hat mir das Präsidium bestätigt.»


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