Liga atmet auf: Clubs erhalten DFL-Lizenzen
Frankfurt/Main (dpa) - 20.04.2006, 15:48 Uhr
Die 36 Profi-Vereine im deutschen Fußball können aufatmen. Keinem Club wurde in der Erstentscheidung die Lizenz für die kommenden Saison verweigert. Dies gilt zudem für die 12 Regionalligisten mit ernsten Ambitionen und Hoffnungen auf den Sprung in die Zweite Liga. Bei einigen ist die Spielberechtigung allerdings an Auflagen oder Bedingungen geknüpft. Dies teilte die DFL nach Zusendung der Unterlagen mit. Binnen einer Woche können die Clubs nun gegen die Entscheidung der DFL Beschwerde einlegen. Nachdem sich an Borussia Dortmund in der vergangenen Saison wegen einer Schuldenlast von 70 Millionen Euro eine heftige Diskussion um das Lizenzierungsverfahren entzündet hatte, bekam der einzige börsennotierte Bundesligaclub die Lizenz dieses Mal ohne Bedingungen. Der Verein erhalte lediglich die üblichen administrativen Auflagen, die Berichts- und Nachweispflichten der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA in der kommenden Saison betreffend, hieß es in einer Ad-hoc-Mitteilung der Aktiengesellschaft.
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Aber auch andere Sorgenkinder früherer Zeiten legten Zeugnis über die sich insgesamt weiter verbessernde wirtschaftliche Situation im deutschen Bezahl-Fußball ab. DFB-Pokalfinalist Eintracht Frankfurt, der sportlich derzeit allerdings noch gegen den Abstieg aus dem Oberhaus kämpft, erhielt die Lizenz für beide Ligen ohne Einschränkungen. «Vor allem freut uns, dass wir die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit im zweiten Jahr in Folge für beide Ligen nachweisen konnten und damit keinerlei Auflagen oder Bedingungen erhalten haben», sagte Finanzvorstand Thomas Pröckl. Erstmals seit Jahren erhielt der 1. FC Nürnberg die Lizenz ohne Auflagen. «Das ist eine Bestätigung unserer Arbeit und des Weges, den wir eingeschlagen haben zwischen sportlicher Relevanz und finanzieller Konsolidierung», sagte «Club»-Sportdirektor Martin Bader. Der einst hoch verschuldete VfB Stuttgart freute sich ebenso über die Lizenz ohne Auflagen und Bedingungen wie der für seine solide Finanzpolitik seit langem bekannte FSV Mainz 05. Vorbehaltlos wurde auch dem 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld und Werder Bremen die Lizenz erteilt.
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Meister Bayern München konnte noch keine Auskunft geben, dürfte aber wie immer problemlos die Lizenz bekommen. Noch keinen Bescheid hatte der abstiegsbedrohte VfL Wolfsburg. Mit Auflagen ist die Genehmigung bei Hertha BSC verbunden. «Wir wollen nicht ins Detail gehen. Aber die Auflagen kamen nicht überraschend, wir hatten sie in die internen Planungen einbezogen», sagte Hertha-Pressesprecher Hans-Georg Felder. Auch für die laufende Saison hatte Hertha BSC Auflagen zu erfüllen. Dazu gehörte eine monatliche Berichterstattung gegenüber der DFL. Zum ersten Mal erhielten die Vereine einen einzigen Bescheid, der sich auf die wirtschaftlichen, infrastrukturellen, medientechnischen, rechtlichen, personell-administrativen und sportlichen Kriterien der Lizenzierungsordnung bezog. Dass es nicht wieder zu Härtefällen wie in der Vergangenheit kommen würde, war angesichts des Schuldenabbaus in der Liga abzusehen. So konnten die Profi-Vereine ihre Verbindlichkeiten von 699 Millionen zum 30. Juni 2004 binnen eines Jahres um 11,4 Prozent auf 619 Millionen Euro verringern. Im Vorjahr schrieben zudem 14 von 18 Bundesligisten Schwarze Zahlen, im Durchschnitt erwirtschaftete jeder Eliteverein einen Überschuss von 3,128 Millionen Euro.
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