Für Köln und Duisburg «Keller-Derby» letzte Chance
Düsseldorf (dpa) - 20.04.2006, 13:29 Uhr
Heiko Scholz geht nach dem Spiel des MSV Duisburg gegen Schalke 04 vom Platz.
Im Hinspiel den Trainer verloren, im Rückspiel den Existenzkampf? Knapp fünf Monate nach der spektakulären Kopfstoß-Affäre von Trainer Norbert Meier droht dem MSV Duisburg im Rückspiel beim 1. FC Köln schlimmstenfalls der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. «Das ist das vielleicht letzte Endspiel. Wir müssen unbedingt die Chance wahren, dass hinterher rechnerisch noch etwas möglich ist», sagte Interimscoach Heiko Scholz vor der Partie des Tabellenletzten beim 17. aus Köln. Sollte der MSV verlieren sowie Mainz, Wolfsburg und Frankfurt ihre Spiele gewinnen, wäre der Sturz in die 2. Liga für Duisburg besiegelt. Doch auch die einen Punkt besser platzierten Kölner kämpfen um ihre letzte Chance auf den Klassenverbleib. «Die Leistungen über die letzten drei Spiele gesehen, die bestärken uns, dass wir es schaffen können. Und wenn wir noch weiter rechnen und schauen wollen, dann braucht es diese drei Punkte», forderte FC-Coach Hanspeter Latour vor dem Duell der beiden Abstiegskandidaten. Das Kölner Plus: Drei der letzten vier Spiele bestreitet der FC vor eigener Kulisse, zudem treffen Mitkonkurrenten noch in direkten Duellen aufeinander und nehmen sich somit die Punkte gegenseitig weg. «Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, spielen wir weiter», meinte Kölns Nationalspieler Lukas Podolski.
Brisanz erhält die Partie aber nicht nur wegen des Existenzkampfes beider Teams, sondern vor allem wegen der Vorfälle im Hinspiel. Der damalige MSV-Trainer Meier verlor nach einem Kopfstoß gegen FC-Profi Albert Streit seinen Job als Trainer und wurde anschließend für drei Monate gesperrt. In der hektischen Schlussphase des Spiels am 6. Dezember wurde Meier von Schiedsrichter Manuel Gräfe auf die Tribüne verbannt, der Kölner Streit erhielt zudem die Rote Karte. Meier gab den Vorfall erst am nächsten Morgen nach Studium der TV-Bilder zu. Die Kölner waren vor allem erbost über den Platzverweis für Streit. Mittlerweile sitzen in beiden Clubs neue Trainer auf der Bank und Meier hat seine Sperre abgesessen. Einen neuen Club hat der Coach noch nicht im Blick. «Ich kann und muss mit dieser ganzen Geschichte leben. Es war halt ein Fehler, der nicht zu entschuldigen ist», sagte Meier, dem vorgeworfen wurde, die Tat zunächst abgestritten zu haben. «Ich wurde falsch beraten und hätte lieber schweigen sollen», meinte der Trainer. Auf die Partie am Samstag werden sich die Vorfälle vom Dezember sicherlich auswirken. «Das wird bestimmt eine ganz heiße Kiste», meinte MSV-Profi Markus Kurth.
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