Lincoln: Ein «Weltklasse-Spieler» als Problemfall
Gelsenkirchen (dpa) - 20.04.2006, 11:11 Uhr
Der Schalker Lincoln bangt um seinen Stammplatz.
Für Trainer Mirko Slomka ist er ein «Weltklasse-Spieler», für Teammanager Andreas Müller «der Beste, den wir seit langem hatten.» Doch im Saison-Endspurt ist Schalkes Regisseur Lincoln außer Tritt geraten. Die Konsequenz: Zum ersten Mal seit seinem Dienstantritt in Gelsenkirchen im Sommer 2004 muss der Brasilianer um seinen Stammplatz bangen. «Wir wissen, was Lincoln kann. Aber momentan ist das eher ein träges Spiel, das hilft uns nicht», sagte Slomka. Die sportliche Schieflage des FC Schalke 04 in der Fußball-Bundesliga ist eng mit dem Formtief des brillanten Technikers verbunden. Seit seiner Rückkehr nach einer Knieverletzung läuft es beim Revierclub nicht mehr rund. Ohne Lincoln kletterten die «Knappen» nach dem 25. Spieltag auf den dritten Platz, mit ihm blieb die Slomka-Elf danach in fünf Ligaspielen in Serie ohne Sieg und hat bei sechs Punkten Rückstand auf Werder Bremen die Champions League aus den Augen verloren. «Seine Krise ist schade, weil jede Nummer 10 ein Schlüsselspieler für eine Mannschaft ist», meinte Schalkes Verteidiger Mladen Krstajic vor dem Spiel in Bremen am Sonntag.
Auch das Gelsenkirchener Publikum ist von der «launischen Diva» bitter enttäuscht. Lincolns leidenschaftslose Auftritte quittierten die Anhänger zuletzt mit Pfiffen. «Seine Körpersprache ist zur Zeit nicht gut. Die Fans sehen das», äußerte Krstajic Verständnis für den Unmut der Zuschauer. Rudi Assauer registrierte Lincolns Wandel vom Publikumsliebling zum Buhmann ebenfalls. «Nur wenig Kredit» habe der 27-Jährige derzeit bei den Anhängern, sagte Schalkes Manager. Doch auch innerhalb des Teams scheint sich Lincoln die Sympathien mehr und mehr zu verscherzen. Nachdem Gerald Asamoah und Marcelo Bordon nach dem UEFA-Cup-Rückspiel gegen Levski Sofia ihren Mitspieler scharf kritisiert hatten («Mach auch mal mit»), ging nun auch Ebbe Sand auf Distanz. «Wir können ihm im Moment nicht helfen. Das muss er jetzt selbst tun», konstatierte der Däne. |