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Armin Veh bleibt Trainer beim VfB Stuttgart

Stuttgart (dpa) - 18.04.2006, 18:44 Uhr

Armin Veh hat beim VfB Stuttgart verlängert.
Armin Veh hat beim VfB Stuttgart verlängert.

Der wochenlange Hick-Hack um die Zukunft von Armin Veh beim VfB Stuttgart ist beendet: Der 45 Jahre alte Augsburger bleibt auch in der kommenden Saison Trainer des Fußball- Bundesligisten.

«Ich bin froh, dass meine Arbeit anerkannt wird», sagte der zuletzt äußerst angespannt wirkende Veh sichtlich erleichtert. «Ich war nicht so nervös, wie es mir angedichtet worden war.» VfB-Teammanager Horst Heldt begründete das Votum pro Veh so: «Wir hatten ein zwölf Punkte umfassendes Anforderungsprofil. Armin deckt dieses 1:1 ab.» Heldt versicherte angesichts der Vielzahl ins Spiel gebrachter potenzieller Veh-Nachfolger: «Man kann nicht von einer zweiten oder dritten Wahl sprechen.»

Mit der bekannt gegebenen Vertragsverlängerung um ein Jahr bis zum 30. Juni 2007 mit einer Option wählten die Schwaben allerdings nur eine Zwischenlösung. Sollte der VfB sich dann für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren, verlängert sich die Zusammenarbeit automatisch um eine weitere Saison. «Der Trainer hat uns von vorn herein gesagt, er wolle nur einen Einjahresvertrag», sagte Heldt zur relativ kurzen Laufzeit. «Das ist wirklich so», bestätigte Veh.

Trotz aller demonstrierten Einmütigkeit ist diese Entscheidung offensichtlich ein Kompromiss im Machtkampf zwischen Heldt und dem einflussreichen VfB-Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Hundt. Der Teammanager gilt als Veh-Befürworter, während Hundt den Nachfolger des Italieners Giovanni Trapattoni schon einen Tag nach dessen Vorstellung am 10. Februar als «Übergangslösung» abqualifiziert hatte.

VfB-Präsident Erwin Staudt, der sich nach wochenlanger Abstinenz erstmals wieder den Medien stellte, räumte ein, der Prozess sei schwierig gewesen: «Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir haben sehr viel Zeit aufgewendet, um unsere Gremien zu überzeugen. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass dies keine einsame Entscheidung war.»


Die Spekulationen über hochrangige Trainer-Verpflichtungen haben zumindest vorerst ein Ende. Der von Hundt ins Gespräch gebrachte frühere VfB-Coach Christoph Daum (bis 2007 bei Fenerbahce Istanbul), Ottmar Hitzfeld oder Morton Olsen (dänischer Nationaltrainer bis 2008) galten als mögliche Kandidaten. Im Gespräch waren auch der frühere Schalker Trainer Ralf Rangnick (beim VfB vom 3. Mai 1999 bis 23. Februar 2001) oder der Mainzer Jürgen Klopp.

Staudt bestritt, dass es hinter den Kulissen erbitterte Grabenkämpfe gegeben habe. «Es ist keine Hundt-, Heldt- oder Staudt-Entscheidung, sondern eine Entscheidung als Team.» Dass er so lange auf Tauchstation gewesen sei, rechtfertigte der Top- Funktionär mit Heldts Zuständigkeit für die Außendarstellung des Clubs: «Heldt hält den Sport in hervorragenden Händen.»

Veh soll den VfB mit modernem Offensivfußball wieder an die erfolgreiche Zeit der «Jungen Wilden» unter dem heutigen Bayern- Trainer Felix Magath mit der Champions-League-Teilnahme als Höhepunkt heranführen. «Veh vertritt die Philosophie, die auch wir vertreten», sagte Staudt. Der Trainer will nun für die nächste Saison «offensive Spieler holen, die torgefährlich sind». Zugleich möchte er die Integration Stuttgarter Nachwuchstalente vorantreiben.

In dieser Saison will der aktuelle Tabellensiebte noch den die UEFA-Cup-Qualifikation garantierenden fünften Rang erreichen. Veh glaubt, dass dies trotz des Vier-Punkte-Rückstands möglich ist: «Wir haben dazu immer noch die Chance.» Guten Mutes ist er auf jeden Fall, fürs nächste Jahr Spieler holen zu können, «um dahin zu kommen, wo der VfB hingehört».

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