Lizenzbescheide in dieser Woche
Frankfurt/Main (dpa) - 18.04.2006, 12:55 Uhr
Christian Seifert bei einer Pressekonferenz.
Die 36 Proficlubs können in dieser Woche mit den ersten Lizenzierungsbescheiden durch die Deutsche Fußball Liga (DFL) rechnen. So wie die DFL es bereits beim Abgabeschluss am 15. März angekündigt hatte, sollen die Vereine in der zweiten April- Hälfte über die Entscheidungen der DFL informiert werden. Dabei bekommen die Clubs zum ersten Mal einen einzigen Bescheid, der sich auf die wirtschaftlichen, infrastrukturellen, medientechnischen, rechtlichen, personell-administrativen und sportlichen Kriterien der Lizenzierungsordnung bezieht. Binnen einer Woche können die Clubs Beschwerde einreichen. Mit Härtefällen wie vor einem Jahr Borussia Dortmund (damals 70 Millionen Euro Schulden) ist dieses Mal allerdings nicht zu rechnen. Dem von der DFL veröffentlichten Bundesliga Report zu Folge hat sich die Schuldensituation insgesamt weiter entspannt. So hätten die Vereine ihre Verbindlichkeiten von 699 Millionen zum 30. Juni 2004 binnen einem Jahr um 11,4 Prozent auf 619 Millionen Euro verringern können.
Im Vorjahr schrieben zudem 14 von 18 Bundesligisten Schwarze Zahlen, im Durchschnitt erwirtschaftete jeder Eliteverein einen Überschuss von 3,128 Millionen Euro. «Dies zeigt, dass einige Vereine erheblich im Plus lagen», sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung. Für Planungssicherheit sorgt bei den Vereinen der neue Fernsehvertrag, der von der kommenden Saison an für insgesamt drei Spielzeiten gültig ist. Demnach stehen 420 Millionen Euro pro Meisterschaft zur Verfügung, um an die 18 Clubs der ersten und die 18 Vereine aus der zweiten Liga verteilt zu werden. «Damit die Popularität des Profi-Fußballs erhalten bleibt oder sogar noch einmal steigt, muss die wirtschaftliche Seite stimmen», sagte Ligaverbands- Präsident Werner Hackmann. Die DFL will allerdings auch verhindern, dass die Vereine auf Grund des neuen TV-Vertrages Fehler wieder begehen. «Als 2000 der damalige Rekord-TV-Vertrag mit Kirch abgeschlossen wurde, sind viele Clubs in Vorleistung getreten. Angesichts der jetzt um 40 Prozent erhöhten Fernseh-Einnahmen werden wir genau darauf achten, dass das Geld nicht an die Spieler durchgereicht wird», sagte Finanz- Geschäftsführer Christian Müller.
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