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Notizen vom 30. Spieltag

17.04.2006, 12:52 Uhr

Lukas Sinkiewicz (r) lässt sich fallen - getroffen hatte Asamoah ihn nicht.
Lukas Sinkiewicz (r) lässt sich fallen - getroffen hatte Asamoah ihn nicht.

THEATER: Es hatte schon fast etwas von der «Rolle rückwärts», die einst Duisburgs Trainer Norbert Meier nach der Rempelei mit Kölns Albert Streit vorführte.

Lukas Sinkiewicz, Streits Teamkollege beim 1. FC Köln, machte es ähnlich und fiel nach einem hitzigen Disput mit Schalkes Gerald Asamoah theatralisch um - es hätte Gelb geben müssen für diese unsportliche Aktion. Nach dem Spiel entschuldigte sich Sinkiewicz bei Asamoah und zeigte so immerhin nachträglich Fairness.

NOTRUF: Der Notruf kam vom Stadionsprecher: Als Oliver Kahn 15 Minuten vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Bielefeld bei einem Schuss von seinem Stellvertreter Michael Rensing am rechten Auge verletzt wurde, mussten die Bayern erst einmal nach Bernd Dreher fahnden. «Wir mussten unseren dritten Torwart im Stadion suchen, aber rechtzeitig zu Spielbeginn war Bernd da», berichtete Trainer Felix Magath über das aufregende «Warm-up» des Rekordmeisters. Während Dreher auf der Ersatzbank Platz nahm und Kahn mit dick geschwollenem rechten Auge einen Tribünenplatz aufsuchte, stand Rensing im Tor - übrigens ebenfalls mit einem blauem Auge. «Das Veilchen habe ich mir unter der Woche beim Training zugezogen», berichtete der 21-Jährige.

HÖCHSTSTRAFE: Zur zweiten Hälfte eingewechselt und nur 30 Minuten später wieder raus: Für Bielefelds Roberto Pinto wurde das 0:2 der Arminia bei Bayern München zur persönlichen Höchststrafe. Thomas von Heesen begründete den Denkzettel damit, dass der Portugiese nach seiner Einwechslung nicht voll bei der Sache gewesen sei. «Er hatte drei Ballverluste in zwei Minuten, nachdem er reinkam», schimpfte der Coach. Von Höchststrafe für Pinto wollte er freilich nichts wissen: Er treffe Entscheidungen für die Mannschaft und nicht gegen Spieler.

TESTFALL: Für einen Teil der 61 524 Zuschauer in der ausverkauften Veltins-Arena war es kein gewöhnlicher Samstag. In der Nordkurve wurden sie von Ordnern mit Gummihandschuhen empfangen und - wie am Flughafen - einer dezenten Leibesvisitation unterzogen. Frauen von Frauen, Männer von Männern, versteht sich. Grund: «Auf Schalke» simulierten sie mit dem so genannten äußeren Sicherheitsring den Ernstfall für die fünf WM-Spiele, die in Gelsenkirchen stattfinden. Nach erstem Augenschein war es ein erfolgreicher Probelauf. Und: Ordnungsdienst und Polizei sammelten wichtige Erfahrungen.


SCHIRI-SCHELTE: Nach der schweren Fußverletzung von Eugen Polanski kritisierten Spieler und Trainer von Borussia Mönchengladbach die Entscheidung von Schiedsrichter Babak Rafati, der Bayer-Profi Jens Nowotny nur die Gelbe Karte zeigte. «Der hätte raus gemusst. Da habe ich kein Verständnis für den Schiedsrichter», sagte Nationalspieler Marcell Jansen. Auch Trainer Horst Köppel war unzufrieden. «Die Gelb-Rote Karte gegen Oude Kamphuis war übertrieben. Dagegen hätte man bei Nowotnys Foul auch Rot geben können», sagte der Borussen-Coach.

GLÜCKSBRINGER: Mit dem zehnten Auswärtssieg der Saison stellte der Hamburger SV einen Vereinsrekord in der Bundesliga auf. Beim 2:0-Erfolg in Duisburg hatten die Hanseaten aber auch ihren Glücksbringer dabei. Zum siebten Mal begleitete Mats, der fünfjährige Sohn von Clubchef Bernd Hoffmann, das Doll-Team auf Reisen. Seine stolze Bilanz in der Fremde lautet nun: Sechs Siege und ein Unentschieden.

BRÜDERLICHE HILFE: Der Wahl-Berliner Gilberto, der beim Confederations Cup zum Aufgebot des Rekord-Weltmeisters gehörte, macht sich nach einem deutlichen Formanstieg wieder mehr Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme mit Brasiliens Nationalelf. Zuletzt schien die WM-Endrunde nach Formkrise, Verletzungen und privaten Sorgen - seine Familie fühlt sich in Berlin nicht wohl und lebt weiter in Brasilien - weit entfernt. Doch seit einem Monat unterstützt sein Bruder Gilberto in Deutschland. Und die positive Wirkung ist unverkennbar.

JUBILÄUM: Thomas Schaaf stand in Wolfsburg zum 500. Mal in Bundesliga-Diensten für Werder Bremen. Der 44 Jahre alte Trainer bestritt zwischen 1978 und 1995 insgesamt 262 Bundesliga-Partien (13 Tore) für den viermaligen deutschen Meister. Seit dem 10. Mai 1999 sitzt der einstige Verteidiger auf der Trainerbank der Bremer und führte den Verein in nunmehr 238 Begegnungen unter anderem zur deutschen Meisterschaft 2004 sowie zu den Pokalsiegen 1999 und 2004.

GESELLENVERTRAG: Eintracht Frankfurt denkt an die Zukunft. Nach nur fünf Bundesliga-Spielen verlängerte der DFB-Pokalfinalist den Vertrag mit seinem viel versprechenden Talent Marco Russ. Nach der üblichen Pressekonferenz im Anschluss an die Bundesligapartie gegen den FSV Mainz 05 (0:0), ergriff Vorstandschef Heribert Bruchhagen ungewöhnlicherweise das Wort. «Er hatte bislang einen Lehr-, nun hat er einen Gesellenvertrag», sagte der Eintracht-Boss zu den deutlich verbesserten Bezügen für den 20-Jährigen, der bereits seit sieben Jahren im Eintracht-Trikot spielt.

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