Donnerwetter rettet VfB Punkt - Hängepartie um Veh
Hannover (dpa) - 17.04.2006, 10:13 Uhr
Stuttgarts Jon Dahl Tomasson schießt das 3:3.
Die Hängepartie um Trainer Armin Veh beim VfB Stuttgart geht weiter. Nach einer Kabinenpredigt rettete der VfB trotz eines zweimaligen Zwei-Tore-Rückstandes zwar ein 3:3 (0:2) bei Hannover 96. Als eindeutige Empfehlung für eine Weiterbeschäftigung über das Saisonende hinaus wollte aber kein Stuttgarter das 16. Remis der Schwaben in einem packenden Bundesligaspiel bewerten. «Wenn man einen Trainer auf Grund eines Ergebnisses verpflichtet, na dann gute Nacht, Deutschland», kommentierte Veh das Theater um seine Person. Nach außen demonstrierte der 45 Jahre alte Fußball-Lehrer große Gelassenheit. Innen mag es anders aussehen. «Der Trainer war laut», berichtete Nationalspieler Thomas Hitzlsperger über die Stimmung in der Halbzeit. «Das war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Wenn man laut wird, ist das pädagogisch eigentlich wenig sinnvoll», sagte Veh. Sein Donnerwetter nach dem 0:2-Rückstand zeigte Wirkung. «Wir wollten das Ding umbiegen. Das Ergebnis geht in Ordnung. Man muss über das 3:3 nicht traurig sein», sagte der um seine Zukunft beim VfB kämpfende Nachfolger von Giovanni Trapattoni.
«Unter normalen Umständen hätten wir gewonnen. Die eklatanten Fehler in der ersten Halbzeit sind mir unbegreiflich. Man hat gesehen, dass der Trainer die Mannschaft erreicht», erklärte VfB-Teammanager Horst Heldt. Eine Entscheidung in der Trainerfrage sei nicht vor dem 19. April zu erwarten. Der Ex-Profi ärgerte sich vor allem über den frühen Rückstand nach 91 Sekunden durch das erste Saisontor von 96-Profi Hanno Balitsch, als die VfB-Innenverteidigung um Zvonimir Soldo noch schlief. «Unser Plan, möglichst lange zu null zu spielen, ist dadurch nicht aufgegangen», gestand Veh. Nach dem Blitztor lieferten sich die Remis-Könige der Liga vor 36 298 Zuschauern einen offenen Schlagabtausch mit sechs schönen Toren, Chancen in Hülle und Fülle und einer völlig unnötigen Gelb-Roten-Karte für 96-Kapitän Altin Lala (38.). Der überragende Tscheche Jiri Stajner (33.) und Nationalspieler Per Mertesacker (67.) trafen jeweils per Kopf für Hannover 96. Gegen dezimierte Gastgeber schafften die clever spielenden Stuttgarter durch Danijel Ljuboja (52.), Hitzlsperger (77.) und Torjäger Jon Dahl Tomasson (80.) noch den Ausgleich. Er hält den VfB im Rennen um einen Europacup-Platz. |