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HSV will Meisterschaft - Spannender Abstiegskampf

Düsseldorf (dpa) - 14.04.2006, 12:33 Uhr

Der Sportliche Direktor des HSV, Dietmar Beiersdorfer, im Oktober 2004.
Der Sportliche Direktor des HSV, Dietmar Beiersdorfer, im Oktober 2004.

Der Hamburger SV will das erneute Double des FC Bayern München verhindern, greift tief in die Tasche und spornt seine Fußball-Profis mit satten Prämien im Kampf um die deutsche Fußball-Meisterschaft zusätzlich an.

Nur vier Punkte trennen Titelverteidiger Bayern von Verfolger HSV - ähnlich spannend war die Bundesliga vor dem 30. Spieltag zuletzt 2001/2002, als Bayer Leverkusen zum gleichen Zeitpunkt an der Spitze ebenfalls vier Zähler Vorsprung auf den späteren Meister Borussia Dortmund hatte. 2000/2001 (Schalke 52, Bayern 50) war es noch knapper, in der Spielzeit 1999/2000 gab es zwischen den Bayern und Leverkusen sogar ein Pari.

Fünf Spieltage vor dem Finale der WM-Saison gibt es in der Liga noch in allen Bereichen offene Fragen: Wer wird Meister? Wer kommt in die Champions League, wer in den UEFA-Cup? Und wer steigt ab? Nichts ist entschieden, allenfalls Tendenzen sind auszumachen. Wie zum Beispiel, dass der HSV vor der Reise zum Tabellenletzten MSV Duisburg das beste Rückrunden-Team ist und die Bayern in dieser Rangliste erst an vierter Stelle folgen. Wertlos, meint HSV-Chefcoach Thomas Doll dazu: «Für die bisherigen Spiele können wir uns nichts kaufen.»

23 Jahre nach dem letzten Meistertitel will der HSV das Championat ohne Blick nach rechts oder links sichern. «Es bringt ja nichts, wenn wir auf die anderen schauen. Wir wollen unseren Weg weiter gehen und in Duisburg drei Punkte holen. Sollte uns das gelingen, werden wird bestimmt auch ein Osterei finden», sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer und eröffnete das Fernduell mit den Bayern, die auf Arminia Bielefeld treffen. Denn Beiersdorfer stellt klar: «Natürlich wollen wir Meister werden.» Raphael Wicky wird in Duisburg nicht dabei sein: Der Schweizer fällt mit einem Muskelfaserriss aus.

Klare Tendenzen gibt es auch im West-Duell zwischen Schalke 04 (4. Platz) und dem 1. FC Köln (17.) sowie im Nord-Derby zwischen dem VfL Wolfsburg (15.) und Werder Bremen (3.). Doch die Kölner wittern nach dem 3:0 gegen Wolfsburg und drei Spielen ohne Niederlage ihre Chance: «Schalke steht unter Druck. Das wollen wir ausnutzen und gewinnen», sagte Nationalverteidiger Lukas Sinkiewicz. «Wir sind heiß», ergänzte der wieder genesene Angreifer Marco Streller. In Wolfsburg herrscht gleichfalls Zuversicht. Interims-Kapitän Simon Jentzsch jedenfalls ist «zu 100 Prozent überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen». Allerdings ist Wolfsburg bereits seit sechs Spielen ohne Sieg.


Nervenkitzel pur verspüren auch die anderen Zweitliga-Kandidaten. Für Eintracht Frankfurt (13.), mit nur neun Punkten schwächstes Team des Jahres 2006, ist das DFB-Pokalfinale zwar ein Highlight, doch vor dem Nachbarschafts-Duell mit Mainz 05 (14.) hat der Klassenverbleib Priorität. «Das wäre die Krönung unserer Saison», sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. Der 1. FC Nürnberg (12.) hat sich mit Hans Meyer fast aller Sorgen entledigt, für Meyer-Vorgänger Wolfgang Wolf dagegen ist die Situation beim 1. FC Kaiserslautern (16.) beklemmend, zumal Boubacar Sanogo als zweitbester Torjäger wohl bis Saisonende ausfällt. Für Wolf, der auch auf Ferydoon Zandi (Adduktoren- Verletzung) verzichten muss, ist der Auftritt des FCK an alter Wirkungsstätte schlichtweg «das erste von fünf Endspielen um den Klassenverbleib».

«Auf Schalke» sollte die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Trainer Mirko Slomka beruhigend wirken. Jetzt will Slomka aber noch einmal attackieren und alle fünf ausstehenden Spiele gewinnen, um Bremen abzufangen. Zur Auflockerung ließ sich Slomka im Schalke- Restaurant «ess null vier» zusammen mit den Managern Rudi Assauer und Andreas Müller von Ebbe Sand und Rafinha das Essen servieren. Der Schalker Sechs-Punkte-Rückstand auf Bremen spricht aber eher für eine UEFA-Cup-Teilnahme. Assauer bezifferte die Wahrscheinlichkeit, in der «Königsklasse» dabei zu sein, mit «10 zu 90».

Aufregung gab es um Jürgen Klopp, den als Trainer in Mainz tätigen Schwaben. Der «kicker» veröffentlichte einen «Geheimplan», nach dem Klopp beim VfB Stuttgart Nachfolger der wahrscheinlichen Interims-Lösung Armin Veh werden soll. Da sei «nichts dran», dementierte VfB-Teammanager Horst Heldt umgehend. Eine Entscheidung zu Veh wollen die Stuttgarter nach Ostern bekannt geben.

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