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BVB spart 20 Millionen an Gehältern - Ärger für Frings

Dortmund (dpa) - 22.06.2004, 17:11 Uhr

Torsten Frings, hier noch im BVB-Trikot, liegt nach einem Zweikampf am Boden.
Torsten Frings, hier noch im BVB-Trikot, liegt nach einem Zweikampf am Boden.

Nach einem Rekord-Minus von 29,4 Millionen Euro zum Jahresende 2003 sieht sich der Börsen notierte Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund mit seinem Konsolidierungskurs nunmehr auf einem guten Weg.

Nach Angaben seines Präsidenten Gerd Niebaum spart der Verein allein an Spielergehältern inklusive des Trainerstabes 20 Millionen Euro ein. «Wir haben gegenüber der vergangenen Saison die Personalkosten von 57 Millionen Euro auf unter 40 Millionen senken können», sagte Niebaum auf der Internet-Homepage des Vereins. Hinzu kämen «nicht unerhebliche Einsparungen in allen anderen Bereichen».

Zu der positiven Zwischenbilanz des BVB trug auch der Verkauf von Nationalspieler Torsten Frings für wahrscheinlich neun Millionen Euro an den FC Bayern München bei. Doch jetzt droht Frings Ärger mit seinem ehemaligen Club. Die im Trainingsquartier der Nationalmannschaft in Portugal geäußerte Frings-Kritik, wonach es beim BVB zuletzt «drunter und drüber» gegangen sei, kontert Niebaum im Magazin «Sport Bild»: «Wir behalten uns vor, seine Aussagen zu sanktionieren.» Dortmund habe Frings während seiner neunmonatigen Verletzungspause optimal betreut und ihn danach auf seiner Wunschposition spielen lassen.

«Deshalb kann ich nicht verstehen, warum er gesagt hat, es ginge bei uns drunter und drüber. Das ist unqualifiziert, falsch und enttäuscht mich persönlich», sagte Niebaum weiter. Frings müsse lernen, «sich auch außerhalb des Platzes wie ein großartiger Fußballer aufzuführen». Nach Informationen des Blattes droht Frings eine Strafe von 25 000 Euro. Die will der Mittelfeldspieler nicht zahlen. «Das ist doch alles lachhaft. Dortmund kann doch froh sein, dass ich einem Wechsel überhaupt zugestimmt habe», meinte er.

Bei Tomas Rosicky rechnet Niebaum mit einer Fortsetzung seines Engagements beim BVB. «Ich gehe davon aus, dass er in Dortmund bleiben wird», sagte Niebaum der dpa über den tschechischen Nationalspieler. Auch Rosicky hatte sich bei der EM in Portugal negativ über die vergangene Saison geäußert und kritisiert, dass er unter dem damaligen BVB-Trainer Matthias Sammer keinen Spaß mehr am Fußball gehabt habe.


«Ich finde das nicht gut. Als Fußball-Profi muss man auch nach außen wissen, wer mein Arbeitgeber ist und wer mich bezahlt», sagte Niebaum. «Leider ist das kein Einzelfall mehr», kritisierte der BVB- Präsident das seiner Meinung nach immer häufigere «Marktwertprüfen» durch die Spieler. Darüber müsse man mit den Profis sprechen.

Bei Rosicky schränkte Niebaum allerdings ein, dass der Tscheche seinen bis 2008 datierten Vertrag mit dem BVB nicht zwangsweise erfüllen müsse. «Ich rechne damit, dass er weiter bei uns spielt, es sei denn, es ginge ein sehr gutes Angebot für ihn ein. Das aber liegt nicht vor», berichtete er.

Niebaum sagte auch, dass sich die Situation beim BVB mit dem Wechsel von Chefcoach Sammer zum VfB Stuttgart und der Verpflichtung des Niederländers Bert van Marwijk verändert habe. Jeder BVB-Spieler bekomme jetzt eine neue Chance. So kehrt auch der Nigerianer Sunday Oliseh nach seiner «Kopfstoß-Affäre» in den Dortmunder Kader zurück.

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