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Fans rätseln über Premiere-Nachfolger Arena

Hannover/München (dpa) - 21.03.2006, 10:50 Uhr

Premiere-Mitarbeiter während einer Bundesliga-Begegnung im Übertragungswagen.
Premiere-Mitarbeiter während einer Bundesliga-Begegnung im Übertragungswagen.

Mit vielen kleinen Schritten scheint die von der Konkurrenz als «Nobody» verspottete Arena Sport Rechte und Marketing GmbH ihrem großen Ziel näher zu kommen.

Mehrere Grundvoraussetzungen hat der Neuling bereits erfüllt, um Anfang August als Nachfolger von Premiere ins Pay-TV-Geschäft mit der Fußball-Bundesliga einzusteigen. Doch einige große Hürden müssen noch überwunden werden. Und die Fußball-Fans, die bisher bei Premiere die Liga live geschaut haben und nun von Arena als Kunden gewonnen werden müssen, rätseln: Wo, wie und zu welchem Preis sind die Spiele von der neuen Saison an zu sehen?

Nach dem überraschenden Kauf der Pay-TV-Rechte Ende vergangenen Jahres war außer dem vollmundigen Versprechen, «Fußball für alle» zu bieten, noch sehr wenig zu hören von dem Unternehmen, das bis dahin nicht einmal Experten bekannt war. «Wir sind voll im Plan», versicherte Arena-Sprecherin Susanne Jahrreiss. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL), die den Deal eingefädelt hat, demonstriert Gelassenheit. «Die DFL beobachtet die Situation sehr genau», sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Christian Seifert. Er sieht den neuen Partner nicht in Verzug.

Hinter den Kulissen sind immerhin schon mehrere wichtige Fragen geklärt und mehrere Verträge unterschrieben worden. Die notwendige Sendelizenz hat der Newcomer für zehn Jahre von der nordrhein-westfälischen Landesmedienanstalt (LfM) erhalten, die produktionstechnische Abwicklung übernimmt der erfahrene Dienstleister Plazamedia.

Die von der DFL geforderte Marktabdeckung von anfangs mindestens 40 Prozent erreicht die Arena-Mutter Unity Media mit den zugehörigen Kabelunternehmen ish, iesy und TeleColumbus sowie durch den kürzlich abgeschlossenen Vertrag mit dem Satellitenbetreiber Astra. Die Verhandlungen mit Kabel Deutschland laufen dem Vernehmen nach weiter.


Auch das Bundeskartellamt hat - anders als von einigen Experten vermutet - bereits signalisiert, dass es grundsätzlich keine Bedenken gegen die Pay-TV-Pläne von Arena hat. Mit Dejan Jocic hat das Unternehmen einen Geschäftsführer für den Bereich Programm engagiert und dazu den bisherigen Sat.1-Sportchef Albrecht Schmitt-Fleckenstein verpflichtet. Derzeit wirbt Arena eifrig Personal bei der Konkurrenz. In Oliver Welke gibt es offenbar einen heißen Kandidaten für die Moderation, weitere Namen werden nicht genannt oder gar bestätigt. Viel wichtiger als die Personen vor und hinter der Kamera, die auch noch später geholt werden könnten, sind ohnehin die Verschlüsselungs-Technik, die Vermarktung und der Vertrieb.

Das Kernproblem für Arena bleibt, trotz der vielen absolvierten Schritte, das letzte Stück Weg zum Kunden. Der Branchen-Neuling muss sein Produkt an den Fußball-Fan bringen, benötigt vor allem für die Satelliten-Übertragung Decoder und Karten zur Verschlüsselung. Erst dann kann Arena mit der Werbung und dem Verkauf beginnen. Das scheint schwieriger als gedacht.

Zumindest hatte Unity- und Arena-Geschäftsführer Parm Sandhu zu Beginn des Jahres angekündigt, Anfang März Angebote für die Kunden vorzustellen. Damit ist Arena nun schon drei Wochen in Verzug. Erste Details, darunter vor allem die Preise und die Pakete, sollen nun am 27. März in München präsentiert werden.

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