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FCB beendet Krise - Bremen verliert Anschluss

Düsseldorf (dpa) - 19.03.2006, 20:03 Uhr

Die Spieler des FC Bayern München jubeln nach dem Sieg ihren Fans zu.
Die Spieler des FC Bayern München jubeln nach dem Sieg ihren Fans zu.

Bayern München ist wieder alleiniger Top-Favorit auf den Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft. Der 19-malige Titelträger fand nach dem Aus in der Champions League und zwei Erstliga-Spielen ohne Sieg mit dem 3:0 gegen den FC Schalke 04 in die Erfolgsspur zurück.

Nach Toren von Hasan Salihamidzic, Claudio Pizarro und Roy Makaay vor 69 000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena haben die Bayern (62) weiter sechs Punkte Vorsprung auf den Hamburger SV (56). Vizemeister Schalke, zuvor in diesem Jahr ungeschlagen, ist als Dritter (51) aus dem Titelrennen fast schon ausgeschieden. Im zweiten Spiel gewann Hertha BSC 1:0 gegen Arminia Bielefeld und rückte wieder an Position 6 vor.

Die Bayern haben ihre Schwächephase bewältigt, Werder Bremen befindet sich mittendrin und droht bei 50 Punkten den Anschluss zu verlieren. Nach dem 1:3 beim 1. FC Nürnberg am 26. Spieltag nahm der Double-Gewinner von 2004 Abstand von höheren Zielen. Selbst die Champions-League-Qualifikation gerät nach dem dritten Tiefschlag in nur elf Tagen in Gefahr. «Das war keine Leistung, die einer Spitzenmannschaft würdig war. So kann man keine Spiele gewinnen», sagte Manager Klaus Allofs nach dem saft- und kraftlosen Auftritt seiner Elf, die das unglückliche Aus in der «Königsklasse» gegen Juventus Turin offenbar nicht verkraftet hat.

Ganz anders ist die Stimmung beim Nordrivalen HSV. Schon vor dem 1:0 beim VfL Wolfsburg hatte Thomas Doll das Saisonziel nach oben korrigiert: «Es geht nicht mehr um den UEFA-Cup. Wir wollen in die Champions League. Das wäre eine Riesensache für meine Elf und ganz Hamburg.» Obwohl seine Elf dank des wieder erstarkten Benny Lauth erster Verfolger der Bayern bleibt, weist Doll alle Titelträume von sich: «Wir kämpfen mit Bremen und Schalke um zwei Champions-League- Plätze. Das Ziel ist hoch genug.»

Hinter dem Führungs-Quartett wird der Kampf um den letzten europäischen Startplatz zum «Schneckenrennen». Es scheint, als bleiben alle kleben. Das spielerische Niveau im Verfolgerfeld ist erschreckend schwach. So konnten außer Hertha aus dem breiten Liga-Mittelfeld nur Hannover 96 (1:0 gegen 1. FC Köln) und Borussia Dortmund (2:1 gegen 1. FC Kaiserslautern) knappe Siege feiern. Dem VfB Stuttgart genügte das 1:1 bei Borussia Mönchengladbach, um Fünfter zu bleiben. «Natürlich ist es unser Ziel, wieder international dabei zu sein. Mit dem Punkt kann ich leben», meinte Trainer Armin Veh nach dem 15. Remis des VfB. Obwohl es noch nie so einfach war, eine Europa-Fahrkarte zu lösen, will Borussen-Coach Horst Köppel davon nichts wissen. «Vom UEFA-Cup hat hier im Verein nie jemand gesprochen. Wir wollten nur eine Saison ohne große Angst spielen.»


Auch Köppels Kollege Peter Neururer, der einst den VfL Bochum in den UEFA-Cup führte, hält sich mit der Formulierung höherer Ansprüche zurück. Zwar war der Erfolg gegen den Köln hoch verdient, hätte aber höher ausfallen müssen. Neururer: «Ich verstehe nicht, warum die Leute hier immer vom UEFA-Pokal reden. Hannover hat mal ganz klar das Erreichen eines einstelligen Tabellen-Platzes als Ziel ausgegeben.»

Bayer Leverkusen wollte in den UEFA-Cup, hat diese lange artikulierte Ambition nach der desolaten Vorstellung beim 1:2 gegen den FSV Mainz 05 aufgegeben. «So haben wir dort nichts zu suchen», stellte Bernd Schneider frustriert fest. Trainer Michael Skibbe war maßlos enttäuscht, wie sich seine Elf dem leidenschaftlich kämpfenden FSV mit dem zweifachen Torschützen Mohamed Zidan ergab: «Das Hauptübel war, dass wir kein Rezept gegen die Mainzer mit ihrer Disziplin, Zweikampfstärke und Laufbereitschaft gefunden haben.»

Neben Mainz und Nürnberg landete auch Eintracht Frankfurt im Kampf gegen den Abstieg einen «Big Point». «Der Sieg war ganz wichtig, weil wir den Abstand nach unten vergrößert haben», betonte der beim 5:2 gegen den MSV Duisburg drei Mal erfolgreiche Ioannis Amanatidis. Für den Mitaufsteiger rückt der Klassenverbleib dagegen in weite Ferne. Sechs Punkte beträgt der Abstand zum rettenden Ufer schon, die Mission von Jürgen Kohler droht kläglich zu scheitern. Dennoch glaubt der MSV-Coach unverdrossen an das fast Unmögliche: «Wir werden weiter kämpfen, auch wenn die Spiele immer weniger werden.»

Nur noch ein Wunder kann den Kölnern helfen. «Man muss realistisch sein, es sieht immer schlechter aus. Mit so einer Leistung können wir in der Bundesliga nicht bestehen», sagte Lukas Podolski nach dem leblosen FC-Auftritt. Trainer Hanspeter Latour will nicht aufgeben: «So lange noch theoretische Chancen bestehen, muss man an den Klassenerhalt glauben.»

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