Herthas Talfahrt hält auch in Duisburg an
Duisburg (dpa) - 27.02.2006, 12:56 Uhr
Herthas Boateng (r) springt beim Duell um den Ball über den fallenden Kurth vom MSV.
Sieben Platzverweise in acht Partien, zwölf Pflichtspiele ohne Sieg und der Absturz ins sportliche Mittelmaß - die Krise bei Hertha BSC Berlin hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mitten in der Kritik nach der jüngsten 1:2-Niederlage in der Fußball-Bundesliga beim Abstiegskandidaten MSV Duisburg stand zunächst Abwehrspieler Alexander Madlung, der innerhalb von drei Wochen drei Mal vom Platz gestellt wurde. «Es ist unentschuldbar, wenn ein Spieler in sieben Spielen drei Mal vom Platz fliegt und die Mannschaft so dermaßen im Regen stehen lässt», schimpfte Trainer Falko Götz, der nach der längsten Misserfolgs-Serie der Berliner seit dem Wiederaufstieg in die Kritik geraten ist. «Nach einer solchen Serie ist es normal, dass über den Trainer diskutiert wird. Ich denke, dass ich die Mannschaft nach wie vor erreiche. Aber ich weiß auch, dass uns nur Erfolge weiter bringen», sagte der Hertha-Coach nach der vermeidbaren Pleite an der Wedau. Sollte die Mannschaft auch am kommenden Wochenende gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln verlieren, dürften die Tage des Trainers gezählt sein.
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«Man muss auch sehen, mit welchem Aufgebot wir wegen der vielen Sperren und Verletzungen antreten. Da ist halt im Moment nicht mehr drin. Es ist ja nicht so, dass die Mannschaft nicht mehr lebt», sagte Hertha-Profi Andreas Neuendorf. «Mit elf Spielern hätten wir die Duisburger vom Platz gefegt», behauptete Kevin Boateng. Auch Mittelfeldspieler Thorben Marx kritisierte den frühen Platzverweis von Madlung, der in der 19. Minute MSV-Stürmer Klemen Lavric per Notbremse stoppte und somit das 0:1 durch den von Mihai Tararache verwandelten Strafstoß verschuldete. «Da hätte er den Gegenspieler besser laufen lassen. Dann steht es zwar vielleicht auch 0:1 - aber wir hätten zu Elft weitergespielt», sagte Marx. Lavric traf dann noch zum 2:0 (50.), ehe Yildiray Bastürk das 1:2 (68.) gelang. «Da stimmte zwar die Moral, aber diese Undiszipliniertheiten bringen uns um die Früchte unserer Arbeit», sagte Götz. |