Bayern München profitiert vom TV-Modell
Hamburg (dpa) - 03.02.2006, 14:51 Uhr
Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern München verlässt die Sitzung in Frankfurt/Main.
Nach dem Ende des Pokers um die Verteilung der TV-Gelder in der Fußball-Bundesliga wollte sich niemand als Sieger fühlen. Dennoch gab es einen großen Gewinner nach der Vorstellung des von der Deutschen Fußball Liga (DFL) beschlossenen Modells: Branchenprimus Bayern München setzte sich mit seinen Forderungen voll und ganz durch. Mehr als bisher zählt bei der Verteilung der TV-Einnahmen das Leistungsprinzip. «Wir wollten ganz einfach, dass die Gelder nach Leistung und nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt werden», meinte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der den beschlossenen Verteilungsschlüssel als «fairen Kompromiss» bezeichnete. Die Drohung der Bayern, aus der Zentralvermarktung auszusteigen, ist damit vom Tisch. «Von großer Bedeutung ist für mich, dass jeder Verein künftig mehr Geld zur Verfügung hat als vorher», meinte Rummenigge.
Der Bayern-Chef warf seinem Gegenspieler Heribert Bruchhagen noch einmal «Stimmungsmache gegen den FC Bayern» vor. Derweil verteidigte der Vorstandschef von Eintracht Frankfurt seine Kritik an den Münchnern. «Bei der ganzen Auseinandersetzung ging es nicht um Klassenkampf», sagte Bruchhagen, der in den vergangenen Wochen die Übermacht der Bayern kritisiert und davor gewarnt hatte, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinanderklaffe. «Niemand neidet irgendjemand Geld. Aber es geht um den Wettbewerb», sagte er. Von dem erzielten Kompromiss profitiere zwar auch die Eintracht, «doch vom Grundsatz halte ich ihn für problematisch.» Insgesamt nehmen die 36 Profi-Vereine der 1. und 2. Bundesliga in den kommenden drei Jahren 1,26 Milliarden Euro aus dem im Dezember abgeschlossenen Fernsehvertrag mit der ARD (Free-TV) und dem Konsortium von Kabelnetzbetreibern mit dem Namen Arena (Pay-TV) ein. Jährlich werden 420 Millionen Euro (bisher: 300 Millionen Euro) ausgeschüttet. Der Verteilung liegen die drei vergangenen Spielzeiten und die Ergebnisse der aktuellen Saison zu Grunde. Im Optimalfall kann ein Verein, der im betreffenden Zeitraum immer Tabellenführer und deutscher Meister war, seine Einnahmen auf mindestens 27,3 Millionen Euro steigern. Der schwächste Verein erhält noch immer 11,7 Millionen Euro. |