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Entscheidung über TV-Gelder in dieser Woche

Frankfurt/Main (dpa) - 31.01.2006, 17:19 Uhr

Ein Kameramann bereitet sich auf eine Bundesligaübertragung vor.
Ein Kameramann bereitet sich auf eine Bundesligaübertragung vor.

Die endgültige Entscheidung über die Verteilung der 1,26 Milliarden Euro TV-Gelder für die kommenden drei Spielzeiten soll bei einer Vollversammlung aller 36 Bundesliga-Clubs am 2. Februar in Frankfurt/Main fallen.

Das letzte Wort wird aber wie in der Satzung verankert der Vorstand des Liga-Verbandes haben und nicht die Vereine. Das achtköpfige Präsidium einigte sich in der Zentrale der Deutschen Fußball Liga einstimmig auf ein Modell, über das die Clubs «informiert werden» sollen.

«Danach wird der Vorstand entscheiden», betonte Liga- Verbandspräsident Werner Hackmann nach der knapp dreistündigen Sitzung ebenfalls in Frankfurt/Main. Details wollte er keine verraten. Nur so viel, dass mit dem Vorschlag den bereits im Dezember beschlossenen fünf Grundsätzen Rechnung getragen werde. Konkret soll jeder Verein mehr bekommen als bislang. Berücksichtigt werden soll zudem das Leistungsprinzip, wie es insbesondere Rekordmeister Bayern München fordert. Der Unterschied zwischen den Geldern für die erste und die zweite Liga soll «nicht eklatant» sein, so Hackmann weiter. Und Abstiege aus den beiden Profiligen sollen «abgefedert werden». Insgesamt stehen dafür 420 Millionen Euro nach dem Abschluss des neuen TV-Vertrages pro Spielzeit zur Disposition.

Bis dato erhalten die Vereine aus dem Oberhaus 78 Prozent der 300 Millionen Euro TV-Gelder. Für die 2. Bundesliga bleiben 22 Prozent übrig. Innerhalb der beiden Spielklassen werden die Gelder zum Teil fix (Bundesliga 50 Prozent, 2. Bundesliga 75 Prozent), aber auch variabel verteilt. Dieser Prozentsatz entspricht vornehmlich der Leistung eines Clubs in den jeweils vergangenen drei Jahren sowie dem Tabellenplatz an jedem Spieltag der laufenden Saison.

Vor allem an dem festgesetzten Anteil soll offenbar gerüttelt werden. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte vorgeschlagen, dass die Verteilung der Fernseh-Gelder, die vor allem durch den neuen Pay-TV-Vertrag mit «Arena» um 120 Millionen Euro pro Spielzeit angestiegen sind, zu einem Viertel aus den Resultaten der laufenden Saison berechnet werden solle. Zu Dreivierteln solle die Leistung der vergangenen drei Jahre eingebunden werden. Von einem Fix-Betrag war keine Rede mehr.


Dem Rechnungsmodell der Bayern zufolge würden deren Erlöse aus den TV-Geldern von 16 auf 30 Millionen Euro steigen. Dafür hatte Rummenigge bereits heftige Kritik von Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen geerntet, der nach verbalen Anfeindungen auch in Richtung der DFL bereits schriftlich von der Liga zu einer Entschuldigung aufgefordert wurde. Die Bayern drohten unterdessen der gesamten Konkurrenz bereits mehrfach mit dem Ende der Zentralvermarktung. Rummenigge: «Wir verzichten nicht auf viel Geld und lassen uns dafür auch noch beleidigen.»

Unterdessen startete die DFL mit der Ausschreibung für die Zweitverwertungsrechte der 1. und 2. Bundesliga. Dabei geht es neben der Nachverwertung auch um die Rechte für mobile Dienste und Public Viewing. Die Erstverwertungsrechte im Bereich Pay-TV hatte sich «Arena» gesichert. Beim Nicht-Bezahlfernsehen hatte die ARD den Zuschlag mit der «Sportschau» bekommen.

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