FC Bayern gewinnt Testspiel in Teheran
Teheran (dpa) - 13.01.2006, 18:34 Uhr
Michael Ballack (M) vom FC Bayern München trifft in Teheran zum 1:1.
Begleitet von politischen Missklängen hat der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München bei seinem Kurztrip in den Iran ein Testspiel gegen Persepolis Teheran mit 2:1 (2:1) gewonnen. Michael Ballack (35.) und Paulo Guerrero (44.) erzielten im Asadi-Stadion die Tore für die Münchner, nachdem Ali Ansarian (26.) die Gastgeber 1:0 in Führung gebracht hatte. Ein Plakat «Willkommen, FC Bayern» in deutscher Sprache und stürmischer Applaus empfingen die Münchner Profis beim Betreten des Stadions, in dem 50 000 Zuschauer vor allem den iranischen Bayern-Mittelfeldspieler Ali Karimi mit Ovationen begrüßten. Wegen des Streits um das iranische Atomprogramm und die antisemitischen Äußerungen des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad war die Reise des Bundesliga-Tabellenführers in den Iran umstritten. Für einen Misston sorgte zudem Ali Abadi, der Präsident des Iranischen Sportverbandes. In einem Interview mit ARD und ZDF bekräftigte Abadi, dass dieses Spiel «nicht nur sportliche, sondern auch politische Bedeutung» habe. In einem Insert in englischer Sprache während der Fernsehübertragung des Spiels wurde betont, dass der Iran an der friedlichen Nutzung der Kernenergie festhalten wolle.
«Ich habe nicht das Gefühl, dass wie missbraucht worden sind. Ich sehe hier weit und breit keine politische Propaganda. Wenn wir alle den Iran an die Wand stellen und nicht mehr hierher kommen, sind wir auf dem falschen Weg», rechtfertigte Hoeneß noch einmal die Reise des Clubs in die Islamische Republik. Zum sportlichen Wert der Partie meinte der Bayern-Manager: «Ich würde das Spiel morgen wieder machen. Für uns hat es einen irren sportlichen Nutzen, weil wir richtig gefordert wurden.» Bei ihrem zwölfstündigen Kurztrip wurden die Bayern-Spieler einem regelrechten Klimaschock ausgesetzt. Nach Temperaturen von 30 Grad im Trainingslager in Dubai herrschte bei der Ankunft des Airbus A 320 der Mahan Airlines um 12.00 Uhr Ortszeit empfindliche Kälte in der iranischen Hauptstadt, wo es am Vortag sogar stark geschneit hatte. |