Makaay will Hoeneß-Kritik mit Toren kontern
Dubai (dpa) - 09.01.2006, 12:31 Uhr
Roy Makaay (M) und die anderen Bayern-Spieler beim Training in Dubai.
Ein Mann greift an und wehrt sich. Nach seiner ersten ernsthaften sportlichen Krise beim FC Bayern München will Roy Makaay im WM-Jahr wieder Tore am Fließband erzielen und es seinen Kritikern zeigen. «Von mir aus könnte es schon morgen wieder los gehen. Ich brenne auf die Rückrunde. Ich will zu meinem alten Niveau zurückfinden», erklärte der 30 Jahre alte Niederländer am Montag im Trainingslager des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Dubai. Nach seinem Traumstart mit sechs Treffern in den ersten drei Saisonspielen brachte ihn eine Knieverletzung aus dem Tritt. 1124 quälende Minuten blieb das Tor-Phantom in Pflichtspielen ohne Torerfolg. Mit acht Treffern erzielte Makaay gerade einmal halb so viele Tore wie der aktuelle Bundesliga-Spitzenreiter Miroslav Klose.
Makaay musste sich nicht nur von den Medien («Roy Vorbei») sogar Spott gefallen lassen. Auch intern gab es Kritik, am schärfsten von Uli Hoeneß. «Er hat sicherlich über seine Hinrunde nachgedacht, und er hat sicher auch darüber nachgedacht, dass sein Vertrag bisher nicht verlängert wurde. Das ist auch ein Signal, dass er wissen muss, dass es so nicht geht», sagte der Manager. Auch Trainer Felix Magath hielt seinem Top-Angreifer in Dubai eine «schlechte Phase» vor. Makaay mache sich zu viel Druck und fürchte offenbar zu sehr um seine WM-Chancen. «Ich kann nicht in ein Bundesligaspiel mit dem FC Bayern gehen und an die Nationalmannschaft denken», rügte Magath. Makaay stellt sich der Kritik, spricht selbst von «unbefriedigenden Leistungen». Trotzdem hat ihn die Wucht der Worte getroffen. «Ich habe zwei Jahre auf konstantem Niveau gespielt, da kann eine schlechtere Phase 'mal passieren. Es gibt keinen einzigen Spieler auf der Welt, der immer gut spielt», meinte er. |
In einem Punkt bietet er Hoeneß sogar die Stirn. Die Forderung des Managers, neben dem Toreschießen auch mehr für die Mannschaft mit zu arbeiten, lehnt er kategorisch ab. «Meine Spielweise werde ich überhaupt nicht ändern», entgegnete er. Er sieht sich unterstützt durch den Trainer. «Tore schießen ist das, was Roy kann. Wenn er die macht, kommt alles andere von alleine», erklärte Magath. Makaay vertraut dem Trainer und unterwirft sich darum auch ohne Murren den anstrengenden Konditionseinheiten in Dubai. Die Bayern-Profis mussten im Stadion des «Al Wasl Football Club» mehr als eine halbe Stunde lang Treppenläufe und -sprünge absolvieren. «Wir wissen vom letzten Jahr her, was uns diese Arbeit bringt», kommentierte der Torjäger die Quälerei, bei der Magath allerdings selbst mitmachte und Schweiß in Strömen vergoss. Das Fitness-Programm soll Makaay die Power geben, «um so viele Titel wie möglich zu holen», wie er sagte. Besonders in der Champions League brauchen die Bayern schon im Achtelfinale gegen den AC Mailand wieder Tore ihrer Nummer 10. Dann dürfte er auch beim Bondscoach Marco van Basten nach zwei Länderspielen Pause wieder bessere Karten haben. «Wenn ich meine Leistung bei Bayern bringe, bin ich überzeugt, im WM-Kader zu sein», meinte Makaay. Und auch die Bayern dürften dann mit ihrem Stürmerstar wieder vorzeitig verlängern wollen. Er sei immer offen für Gespräche, betonte der Niederländer: «Aber eilig habe ich es nicht. Mein Vertrag läuft ja noch anderthalb Jahre.»
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