Torwart Tim Wiese von Werder Bremen hat seine rund sechsmonatige Leidenszeit überstanden. Beim Efes-Cup in Antalya feierte der ehemalige Junioren-Nationaltorwart sein Comeback im Werder-Tor beim 1:0-Sieg im innerdeutschen Duell gegen Borussia Dortmund.
«Für das erste Spiel war es okay, vor allem ohne Gegentor. Darauf kann ich aufbauen. Doch ich muss erst wieder der Alte werden», sagte der frühere Lauterer nach der Partie. Wiese gilt in der Fußball-Bundesliga als Pechvogel des vergangenen Jahres. In der Sommer-Vorbereitung, eine Woche vor dem Saisonstart, rissen in einem Testspiel bei Hansa Rostock die Kreuzbänder. Zum zweiten Mal, nachdem er sechs Monate zuvor die gleiche Verletzung schon als Angestellter des 1. FC Kaiserslautern erlitten hatte. «Ich hoffe, dass ich die restlichen 13 Jahre, die ich noch im Profifußball spielen möchte, verletzungsfrei bleibe», sagte der 24-Jährige mit einer gehörigen Portion Galgenhumor.
Den konnte er zuletzt auch im Trainingslager in Belek gebrauchen. Denn auch seine Rückkehr fand mit zweitägiger Verspätung statt. Schon gegen Besiktas Istanbul, beim ersten Spiel in Antalya, sollte er nach den Plänen von Trainer Thomas Schaaf eine Chance erhalten. Doch erneut machte ein Missgeschick dem Unglücksraben einen Strich durch die Rechnung. Eine Magen- und Darmverstimmung legte ihn für zwei Tage lahm.
Also begann das Duell um die Nummer eins bei Werder Bremen mit Verzögerung: Tim Wiese, wie gewohnt im rosafarbenen Trikot, contra Andreas Reinke, der zuletzt mehrfach gepatzt hatte. Im vergangenen Sommer hatte Wiese vollmundig erklärt, er werde diesen Zweikampf gewinnen. Diesmal fehlen solche Sprüche. «Ich setze mich nicht unter Druck», sagte der braun gebrannte Herausforderer. «Irgendwann werde ich mich sowieso durchsetzen.»