Manager-Azubi Heldt erwartet keine Schonzeit
Dubai (dpa) - 09.01.2006, 11:30 Uhr
VfB-Teammanager Horst Heldt (l) unterhält sich mit Torhüter Timo Hildebrand.
Die anstrengenden Trainingseinheiten bleiben Ex-Nationalspieler Horst Heldt nach seinem rasanten Rollenwechsel beim VfB Stuttgart in Dubai erspart. Dennoch kann sich der neue Teammanager des schwäbischen Fußball-Bundesligisten über Arbeitsmangel nicht beklagen. «Der Job macht irre viel Spaß, aber es gibt auch viel zu tun. Ich komme gar nicht dazu, darüber nachzudenken, dass ich nicht mehr Fußball-Profi bin», berichtete der 36-Jährige im Scheichtum. Erst wenige Tage ist der Nachfolger des wieder zum Chefscout zurückgestuften Ex-Sportdirektors Herbert Briem im Amt. Viel Zeit zum Einarbeiten hatte Heldt nicht, nicht einmal sein Spielervertrag konnte vor der Abreise nach Dubai in den Manager-Kontrakt umgewandelt werden. «Das wird nach der Rückkehr geschehen.» Seinen ehemaligen Teamkollegen hat der Ex-Profi gleich zu Beginn des Dubai-Aufenthaltes verdeutlicht, wie er seine Position in Zukunft auszuüben gedenkt: «Ich habe ihnen gesagt, wie ich meine Arbeit sehe. Ich will ihnen klar zu verstehen geben, was Sache ist. Es gibt klare Ansagen.» Einzelgespräche mit allen 25 Spielern, die in Dubai dabei sind, hat er sich vorgenommen. Besonderen Gesprächsbedarf gibt es aktuell mit unzufriedenen Reservisten wie dem Schweizer Marco Streller, dem Kroaten Boris Zivkovic oder auch Abwehrspieler Markus Babbel, die womöglich noch im Winter den Verein verlassen werden. «Wir versuchen für jeden Einzelnen, die optimale Lösung zu finden», erklärte Heldt. Einer möglichen Ausleihe des Schweizers Strellers an den 1. FC Köln ist er zugeneigt. Im Angriff sind die Schwaben zahlenmäßig mehr als gut bestückt. «Wir haben fünf erstklassige Stürmer», bemerkte Heldt.
Einen Neuzugang im Winter schloss er ebenfalls nicht aus. Ein klassischer Spielmacher als Nachfolger für den vor Saisonbeginn zu Arsenal London abgewanderten Weißrussen Alexander Hleb steht aber nicht mehr auf der Wunschliste. Eine entsprechende Aussage von VfB-Präsident Erwin Staudt könne er bestätigen, sagte Heldt: «Wir werden uns nicht nach einer Art Lincoln umsehen.» Vielmehr sieht man Alternativen in den eigenen Reihen wie den Kroaten Mario Carevic. Große Hoffnungen setzt Heldt in Talente wie die beiden 20-jährigen Aufsteiger Mario Gomez und Christian Gentner. Allerdings bräuchten «die jungen Wilden, die wieder nachkommen, noch Zeit». Er selbst fordert für sich keine Schonfrist im neuen Job. «Ich habe meine Chance und werde versuchen, sie mit aller Macht zu nutzen.» Als abgeschlossen betrachtet er auch die Eingewöhnungsphase der vielen neuen Spieler sowie den Anpassungsprozess zwischen Trainer Giovanni Trapattoni und der Mannschaft. «Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Probleme gab», räumte Heldt ein. Doch der Blick gehe nach vorne: «Wir haben nicht immer prickelnden Fußball gespielt, aber wir haben noch die Chance, unsere Ziele zu erreichen.» Das 0:2 im ersten Testspiel des Jahres am Sonntag gegen Hansa Rostock war dafür keine Empfehlung. Doch Trapattoni beschwichtigte: «So ein Ergebnis ist nicht unbedingt überraschend, wenn man mitten in der Vorbereitung ist.»
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