Karimi begrüßt Bayern-Spiel in Iran
Dubai (dpa) - 09.01.2006, 11:30 Uhr
Ali Karimi (l) steht neben Tourismus-Manager Hamad Mohammed bin Mejren (Dubai).
Der iranische Fußball-Nationalspieler Ali Karimi hat das Testspiel des FC Bayern München in Teheran gegen seinen ehemaligen Verein Persepolis als große Ehre für sein Land bezeichnet und gegen Kritik verteidigt. «Das ganze iranische Volk freut sich auf dieses Spiel», sagte der Mittelfeldspieler im Trainingslager des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Dubai. Er erwarte wie 2004 beim Länderspiel des Iran gegen die deutsche Nationalmannschaft (0:2) ein wiederum mit 100 000 Zuschauern ausverkauftes Nationalstadion. «Es ist für mich persönlich eine große Überraschung und eine Ehre, mit Bayern in mein Land reisen zu dürfen und dort gegen meinen ehemaligen Verein zu spielen», sagte Karimi. Die Kritik an der Reise der Bayern, die nach den antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad laut geworden war, hält Karimi nicht für gerechtfertigt. «Ich bin der Meinung, dass man Sport von Politik hundertprozentig trennen sollte. Auch die deutsche Nationalmannschaft ist damals freundlich in Teheran empfangen worden. Es handelt sich bei dem Spiel um eine rein sportliche Angelegenheit», sagte der 27-Jährige. «Ich hoffe, es wird insgesamt eine gute Sache.»
Mit Unverständnis und Unbehagen hatte er im vergangenen Monat die Forderungen nach einem Ausschluss Irans von der Weltmeisterschaft in Deutschland aufgenommen. «Ich habe die Diskussion mitbekommen und war nicht froh darüber. Ich war froh, dass die FIFA auch die Meinung vertreten hat, Politik und Sport voneinander zu trennen», lobte Karimi die ablehnende Haltung des Fußball-Weltverbandes. Die iranischen Spieler könnten die Politik in ihrem Land schließlich nicht beeinflussen, ergänzte Karimi, der in Teheran geboren ist. Der FC Bayern erhält für die eintägige Unterbrechung seines Trainingsaufenthaltes in Dubai «ein gutes Honorar», wie Manager Uli Hoeneß berichtete. Der 54-Jährige hatte die Reise energisch gegen Kritik verteidigt. «Mit Boykott hat man Probleme noch nie gelöst», meinte Hoeneß. Für seine Haltung war der Bayern-Manager in iranischen Medien gelobt worden. Nach den antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten war bislang keine Nationalmannschaft aus Europa bereit gewesen, ein Länderspiel gegen Iran zu vereinbaren.
|