Bruchhagen legt gegen Bayern und DFL nach
Frankfurt/Main (dpa) - 07.01.2006, 14:52 Uhr
Heribert Bruchhagen sitzt vor dem Frankfurter Vereinswappen.
Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen wettert weiter gegen den FC Bayern München und die Deutsche Fußball Liga (DFL). «Die Macht der Großen in der DFL hat überhand genommen», sagte er der «Bild»-Zeitung. Bruchhagen forderte vor der entsprechenden Sitzung am 29. Januar eine gerechte Verteilung der TV-Gelder, die von der kommenden Saison an insgesamt 420 Millionen Euro betragen. Er wisse jetzt schon wieder, wie das laufe. «Da geht der Kalle in die Bütt, und keiner wehrt sich mehr», meinte Bruchhagen, der vor seinem Wechsel an die Eintracht-Spitze vor rund zwei Jahren Geschäftsführer Spielbetrieb bei der DFL war. «Wenn jetzt 40 Prozent mehr an Fernsehgeldern verteilt werden, dann bekommen automatisch die Großen - allen voran die Bayern - mehr. Doch Rummenigge möchte für sich noch mehr herausholen», meinte Bruchhagen.
Es gehe aber um alle 36 Profi-Vereine. Stattdessen würden die Großen immer größer und die kleinen immer kleiner. «Die Schere klafft immer weiter auseinander», befand der Eintracht-Boss. Jene Vereine, die die Bayern sportlich angreifen wollten, «haben sich ja fast den Strick genommen», sagte Bruchhagen und verwies auf Borussia Dortmund und den FC Schalke 04 «mit ihren Schulden». Auch die von der kommenden Saison an gültige Ausländerregel, nach der es unter anderem keine Begrenzung von nicht-europäischen Spielern mehr gibt, «nutzt doch nur den Großen, die das Geld haben, um zum Beispiel in Südamerika richtig zuzuschlagen», sagte Bruchhagen. Die Eintracht, die als Tabellenzehnter mit 21 Punkten überwintert, sei den Weg mit jungen deutschen Spielern gegangen. «Und wir sind dann am Ende möglicherweise die Gelackmeierten», befürchtet Bruchhagen.
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