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TV-Rechte sollen 400 Millionen Euro kosten

Frankfurt/Main (dpa) - 20.12.2005, 15:58 Uhr

Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser im Stadion von Leverkusen.
Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser im Stadion von Leverkusen.

Die Schatzmeister der Fußball-Bundesligisten dürfen sich die Hände reiben. Sie können für die kommenden drei Spielzeiten mit einer deutlichen Einnahmesteigerung aus der TV-Vermarktung rechnen. Mindestens 30 Prozent mehr als bisher wird es auf jeden Fall geben.

«Ich gehe davon aus, dass wir 400 Millionen Euro plus X erreichen», sagte Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser der dpa kurz vor den entscheidenden Sitzung mit der Geschäftsführung der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Aber auch die Fans scheinen sich freuen zu können, denn die Sportschau mit einer frühen TV-Zusammenfassung scheint zu bleiben.

«Wir hatten die Aufgabe, die finalen Verhandlungen zu führen, und das haben wir getan», sagte Tom Bender. Der Kommunikationsdirektor der DFL, der keine weiteren Angaben machen wollte, gehörte zur vierköpfigen Verhandlungsgruppe der DFL. Der Vorstand des Ligaverbands entscheidet nun über die möglichen Pakete. «Das wird eine lange Nacht», prophezeite Holzhäuser. Dem Ergebnis der Sitzung muss dann noch die Mitgliederversammlung zustimmen, die in Frankfurt tagt. Die bisherigen Einnahmen aus der Vermarktung der so genannten audiovisuellen Verwertungsrechte liegen bei 300 Millionen pro Saison.

Wesentliche Rahmenbedingungen sind jedoch schon klar. Zwei von ursprünglich sechs Modellen hat die DFL-Geschäftsführung dem Vernehmen nach ausgearbeitet und unterschriftsreif ausgehandelt. In einem soll es ähnlich wie bisher eine frühe Highlight-Sendung in der ARD geben sowie eine Vergabe der Pay-TV-Rechte an Kabel Deutschland mit dem Partner Unity Media. In diesem Fall würde die gesamte Vermarktung rund 400 Millionen Euro pro Saison für die 36 Profivereine ergeben.

Beim zweiten Modell gäbe es wesentlich mehr Geld - aber lange Gesichter bei den Fans und den Sponsoren. Der Bezahl-Sender Premiere soll nach Informationen aus Branchenkreisen deutlich mehr als die Konkurrenz geboten haben, doch der langjährige Pay-TV-Partner der Liga verlangt immer noch mehr Exklusivität und eine Zusammenfassung im frei empfangbaren Fernsehen nicht vor 22.00 Uhr. Das würde das Aus für die «Sportschau» bedeuten, scheint aber die deutlich unwahrscheinlichere der beiden Varianten zu sein.


Premiere droht trotz des vielen Geldes dieses Mal leer auszugehen. «Vergabe-Kriterien sind auch die redaktionelle Kompetenz, die Zuschauer-Reichweite, die Bonität des Bieters und die Akzeptanz der Fans», lautete die Maxime von DFL-Verhandlungsführer Christian Seifert. Es gehe um ein optimales Ergebnis «im Geflecht zwischen Fans, Clubs und Nachfragern».

Ligaverbands-Vizepräsident Holzhäuser sagte: «Möglicherweise werden wir nicht das höchste Gebot annehmen. Der Verbraucher spielt auch eine große Rolle.» Und dass die Fans für die «Sportschau» sind, steht außer Frage. Zudem hatten sich viele Unternehmen, die durch ihr Sponsoring die zweitwichtigste Einnahmequelle der Clubs neben den TV-Sendern sind, gegen eine Free-TV-Zusammenfassung am späten Abend ausgesprochen.

Mehrere Rahmendaten standen bereits vor der Sitzung des Ligaverbands-Vorstandes und der DFL-Geschäftsführung fest. Das so genannte «Match of the day» Samstags um 18.30 Uhr, das zu einem der drei ursprünglichen Spielplan-Modelle gehörte, wird es auf keinen Fall geben. Kernspielzeit bleibt der Samstagnachmittag um 15.30 Uhr. Und zwei Partien werden am Sonntag um 17.00 Uhr beginnen, von denen Ausschnitte im Free-TV erst nach 22.00 Uhr zu sehen sind.

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