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HSV schlägt Köln mit 3:1 und bleibt Zweiter

Hamburg (dpa) - 03.12.2005, 18:46 Uhr

Der Hamburger David Jarolim und der Kölner Lukas Podolski kämpfen um den Ball.
Der Hamburger David Jarolim und der Kölner Lukas Podolski kämpfen um den Ball.

Der Hamburger SV hat den 1. FC Köln mit 3:1 (1:0) besiegt und bleibt damit in der Fußball-Bundesliga hartnäckigster Verfolger des FC Bayern München.

Thimothee Atouba (43.), Benjamin Lauth (54.) und Sergej Barbarez (73.) trafen am Samstag im 30. Pflichtspiel zum Sieg der Hanseaten. Der Ex-Hamburger Björn Schlicke markierte in der 58. Minute den Gäste-Treffer. Bereits nach einer Viertelstunde verletzte sich HSV-Spielmacher Rafael van der Vaart am linken Knöchel.

Nach Lauths Treffer warfen Kölner Anhänger mit Gegenständen, die den Hamburger Alexander Laas am Kopf trafen. Der blutende Laas konnte nach einer Behandlungspause weiterspielen. «Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten. Es tut uns leid, und wir appellieren, dass dieser Unfug zukünftig unterbleibt», sagte Kölns Manager Andreas Rettig. Der Übeltäter wurde TV-Berichten zu Folge bereits ermittelt.

Für Diskussionen sorgte auch eine Tätlichkeit des Kölners Özalan Alpay, der in der 64. Minute gegen Guy Demel den Ellenbogen ausfuhr. Zudem soll es in der Halbzeitpause einen verbalen Ausfall des Türken gegeben haben, der schon beim WM-Qualifikationsspiel der Schweiz in der Türkei im Zentrum der Kritik stand. «Das werden wir in Ruhe analysieren und dann gegebenenfalls Konsequenzen ziehen», sagte Kölns Trainer Uwe Rapolder, der sein Team sportlich auf einem guten Weg sieht. «In Hamburg kann man verlieren, wir haben ordentlich gespielt. Wir haben am Dienstag in Duisburg ein wichtiges Spiel vor der Brust.»

Die ohne acht Verletzte angereisten Rheinländer begannen in der zum vierten Mal mit 55 800 Zuschauern ausverkauften AOL-Arena forsch und störten den HSV früh im Spielaufbau. Nach dem Punktspiel-Ausfall von Duisburg waren sie ausgeruht, die einzige Spitze - Imre Szabics - hatte nach langer Verletzungspause den ersten Saison-Einsatz. Auf der Gegenseite gab Atouba erst kurz vor Anpfiff wegen einer schmerzenden Knieverletzung «Grünes Licht». Dafür fielen Raphael Wicky (Wade), Khalid Boulahrouz (Knie) und Emile Mpenza (Grippe) aus, während Torwart Sascha Kirschstein für den verletzten Stefan Wächter (Bauchmuskelzerrung) sein Heimdebüt gab.


Der 25-Jährige Keeper wurde in der ersten Halbzeit kaum geprüft, so harmlos agierten Szabics und Nationalstürmer Lukas Podolski als hängende Spitze vor dem Gehäuse. Podolski (16./33.) vergab seine Möglichkeiten kläglich, wurde in der 74. Minute von Rapolder vom Feld genommen. Die erste Chance für die Gastgeber hatte van der Vaart auf dem Fuß, als er per Freistoß aus 18 Metern Torhüter Stefan Wessels prüfte (11.). Kurz darauf verletzte sich der 22-Jährige im Zweikampf mit Schlicke. Der Niederländer hatte große Schmerzen und musste in der 17. Minute gegen Laas ausgetauscht werden. «Es sieht nur nach einer Kapselverletzung aus. Wir hoffen, dass er am Samstag gegen Hertha dabei ist», sagte HSV-Coach Thomas Doll.

Die Führung auf dem Fuß hatte Piotr Trochowski (25.), aber er versäumte den Abschluss. Ausgerechnet Atouba, der auf der linken Außenbahn zögerlich begann, traf zur wichtigen Pausenführung. Nach Vorlage des bestens aufgelegten Barbarez markierte der Kameruner sein erstes Saisontor. Lauths 2:0 bereitete der bosnische Nationalspieler ebenfalls glänzend mit dem Kopf nach Ecke von Stefan Beinlich vor. Beim 3:1 profitierte Barbarez dann nach Beinlichs Zuspiel von einem Fehler Wessels, der sich beim Herauslaufen verschätzte. «Wir hatten Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden. Der Platz war rutschig, es gibt solche Tage», sagte Doll, den es umso mehr freute, dass sein Team die Geduld aufbrachte, um trotz van der Vaarts Pech zum Erfolg zu kommen.

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