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Prozessende gegen Karl wohl vor Weihnachten

Berlin (dpa) - 22.11.2005, 13:28 Uhr

Steffen Karl auf dem Weg zum Gerichtssaal des Landesgerichts Berlin.
Steffen Karl auf dem Weg zum Gerichtssaal des Landesgerichts Berlin.

Berlin (dpa) - Im Fußball-Betrugsprozess vor dem Berliner Landgericht könnte am 15. Dezember das Urteil gegen Ex-Profi Steffen Karl gesprochen werden. Die 12. Strafkammer hob den Haftbefehl gegen Karl auf.

Bereits am 17. November waren die Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer und Dominik Marks sowie die kroatischen Sapina-Brüder verurteilt worden. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jedoch gegen das komplette Urteil Revision eingelegt. Karls Verfahren war abgetrennt worden.

Am 1. Dezember soll der jetzige Duisburger Torwart Georg Koch vor Gericht aussagen. Karl hatte versucht, den früheren Cottbuser zur Manipulation des Zweitliga-Spiels FC Energie - Jahn Regensburg am 24. Mai 2004 zu bewegen und dies vor Gericht auch eingeräumt. Karl bestritt über seine Anwälte erneut, sich mit Sapina in einem Hotel vor dem Regionalliga-Spiel des Chemnitzer FC bei Holstein Kiel am 1. Mai 2004 getroffen zu haben. Dies sagte vor Gericht auch Karls damaliger Teamkollege Markus Ahlf aus. Beide betonten, die Mannschaft habe nicht wie von Sapina behauptet in Kiel übernachtet, sondern im fast 60 Kilometer entfernten Bad Bramstedt. Ahlf erklärte, er habe Ante Sapina weder gekannt noch Geld von ihm oder Karl erhalten. Karl bescheinigte er, stets seine Leistung gebracht zu haben.

Karls Verteidiger wollen zudem nachweisen, dass er bei der Partie Paderborn-Chemnitz am 22. Mai 2004 gegen einen von Hoyzer zu Unrecht verhängten Elfmeter beim Referee und dessen Assistentin Inka Müller protestierte. Hoyzer hatte den Ort des Fouls absichtlich in den Strafraum verlegt, sich nach Müllers Intervention aber korrigiert. Auch die Assistentin soll am 1. Dezember erneut aussagen. Der jetzige Chemnitzer Co-Trainer Torsten Bittermann, den Sapina ebenfalls belastete, soll am 8. Dezember vor Gericht erscheinen. Bittermann war zunächst nicht erschienen, hatte aber auch keine offizielle Ladung erhalten.

Die Deutsche Klassenlotterie Berlin wies unterdessen Vorwürfe zurück, sie habe über ihren Wettanbieter Oddset einen Teil der Taten erleichtert. «Wenn Hoyzer nichts gesagt hätte, wäre nichts herausgekommen», sagte Vorstand Hans-Jürgen Reißiger bei einer Veranstaltung des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) in Berlin. Richterin Gerti Kramer hatte Oddset vorgeworfen, keine Strafanzeige an der richtigen Stelle gestellt zu haben. Reißiger betonte, schon Stunden nach dem von Hoyzer manipulierten DFB-Pokalspiel zwischen Paderborn und dem Hamburger SV seien Kriminalpolizei und Deutscher Fußball-Bund (DFB) über den Verdacht der Manipulation informiert worden.


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