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WADA-Vorsitzender Pound kritisiert FIFA

Montréal (dpa) - 22.11.2005, 12:14 Uhr

Richard Pound spricht im Januar auf einer Pressekonferenz in Louvain-la-Neuve.
Richard Pound spricht im Januar auf einer Pressekonferenz in Louvain-la-Neuve.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist erneut auf Konfrontationskurs mit dem Fußball-Weltverband (FIFA) gegangen.

WADA-Vorsitzender Richard Pound warf der FIFA vor, sich im Rechtsstreit vor dem Internationalen Sportsgerichtshof (CAS) nicht kooperativ zu verhalten. «Es ist ein unglückliches Verhalten», erklärte Pound zum Abschluss der Exekutivkomitee-Sitzung in Montréal.

Die WADA hatte den CAS angerufen, um zu klären, ob die Regeln der FIFA mit den Anforderungen des Welt-Anti-Doping-Codes vereinbar seien. Der WADA-Code ist weltweit von den Sportorganisationen akzeptiert worden. Nach Ansicht der WADA hat die FIFA den Code in ihrem Regelwerk jedoch nur unzureichend umgesetzt. Streitpunkt ist vor allem die im Kodex vorgesehene zweijährige Sperre für Doping-Erstsünder. Die FIFA beharrt dabei auf eine Einzelfall-Entscheidung.

«Die WADA ist im guten Glauben mit der FIFA umgegangen, in aller Offenheit und Transparenz den Prozess der Akzeptierung des Codes durch Anrufung des CAS voranzutreiben», sagte Pound. «Zu unserer großen Überraschung und Enttäuschung mussten wir indirekt lernen, dass die FIFA eigene Fragen beim CAS eingereicht und der WADA verweigert hat, ihr die Informationen zu dieser Vorlage zugänglich zu machen.» Die WADA hoffe mit Blick auf die Fußball-WM 2006 in Deutschland, dass der CAS «so schnell wie möglich» über den Fall entscheide.

Eine Zwischenbilanz des internationalen Kampfes gegen Doping soll auf der Welt-Anti-Doping-Konferenz im November 2007 in Madrid gezogen werden. Die spanische Hauptstadt hatte sich bei der Bewerbung um diese Konferenz gegen Bangkok und Kuala Lumpur durchgesetzt. «Die dritte Welt-Anti-Doping-Konferenz ist eine wichtige Gelegenheit festzustellen, wie weit wir gekommen sind und die nächsten notwendigen Schritte zu bestimmen», sagte Pound.

Die WADA-Exekutive verabschiedete zudem den Etat für 2006 in Höhe von 23,8 Millionen Dollar. Dies ist ein Zuwachs von drei Prozent im Vergleich mit dem Budget von diesem Jahr. Bisher hat die WADA erst 80 Prozent der für 2005 zugesagten Mittel von den Geberländern erhalten. Noch nicht gezahlt haben unter anderen die USA.


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